Ausstellung

Florian Zeyfang – Complaintes : Fischinger treffen


Eröffnung 6. Dezember, 19h

Florian Zeyfang (D) zeigt bei halle_für_kunst die 2002 entstandenen Installationen „Complaintes“ und „Fischinger treffen“. Die Arbeit „Complaintes“ im vorderen Ausstellungsraum besteht aus zwei Diaprojektionen mit jeweils vierzig Motiven. Diese werden auf großformatige Elemente aus Wabenkarton geworfen, deren Perforationen vier Stadtgrundrisse aus der Geschichte Berlins darstellen. Die beiden Dia-Serien sind als grobe, dem Comic ver-wandte Zeichnungsfolgen angelegt und zeigen einerseits Reformulierungen von Max Ernsts Grafikedition „Une Semaine de Bonté“, vermischt mit ikonografischen Verweisen auf Computerspiele, andererseits Motive aus der Berliner Einbrecherszene der zwanziger und dreißiger Jahre (Einbruchswerkzeug, Safe, Keller, etc.). Grundlegend für diese Motivauswahl ist der Gedanke an die psychosozialen Ebenen, die in der Stadtforschung eher selten abgebildet werden — Begehren, Liebe, Gewalt, Verbrechen — sondern ihren Niederschlag mehr in populären Medien wie den billigen Grafiknovellen des 19. Jahrhunderts bei Ernst oder heute eben in Computer-spielen finden.

Im hinteren Raum befindet sich die Installation „Fischinger treffen“. Formal wie inhaltlich beschäftigt sich die Arbeit mit den Filmen des deutschen Animations- und Avantgardefilmemachers Oskar Fischinger (1900-1967). Der experimentelle Filmemacher floh vor den Nationalsozialisten in die USA. Dort arbeitete er in Hollywoods großen Studios, musste aber z.B. bei Disney mit seinem Anspruch, selbstständig existierende, abstrakte Welten zu schaffen, scheitern. Die ungegenständlichen Arbeiten besitzen somit zwei komplett unterschiedliche politische Dimensionen. Die Auseinandersetzung mit Animation und Abstraktion ist in einer raumgreifenden Installation visualisiert, unter Ausnutzung von Video-, Projektions- und Animationstechniken. Es sind diese Animationen, mit denen Zeyfang in ungewohnter Weise den Einfluss moderner Technologien auf unsere Bildgestaltung und -wahrnehmung untersucht.

Führung zur Ausstellung: Samstag, 14. Dezember 2002, 14h und nach telefonischer Absprache.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Die Ausstellung wird gefördert von:
Land Niedersachsen, Stadt Lüneburg, Lüneburgischer Landschaftsverband e.V. und der Sparkasse Lüneburg. Danke an Elisa Brandt, Kunstverein Springhornhof eV., Hans-Jürgen Schwarz und Marco Sigmann.

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