Ausstellung

„Handlungsräume“


Eine Ausstellung mit Wiebke Grösch & Frank Metzger (D), Achim Kobe (D), Pauline Kraneis (D), Kerim Seiler (CH), Nicole Wermers (D)

Die Bandbreite des Begriffs Raum reicht im Kunstkontext vom konkreten Ausstellungsraum bis hin zu den gesellschaftlichen Räumen an denen die Kunst teil hat. Diese behandeln zunächst auf pragmatischer Ebene die Bedürfnisse und Voraussetzungen des Raums als Ausstellungsort und führen von dort aus zu Überlegungen des institutionellen Raumes in der ihn umgebenden Stadtstruktur. Welche Rolle kann dieser Raum in der neuen Umgebung einnehmen? Wie soll er sich positionieren? Welche Bezugspunkte gibt es?

Über die Problematisierung der eigenen Situation hinaus wird deutlich, welchen grundlegenden Stellenwert der Raum in der öffentlichen Diskussion um Kunst und Politik einnehmen: Dies beginnt beim persönlichen Freiraum eines Jeden, geht über gesellschaftliche Territorien und führt bis zu Fragen von Globalisierung, Postkolonialismus und Urbanismus. Dies ist eine Debatte, die halle für kunst e.V. über das ganze Jahr 2003 als Oberthema begleiten wird. Die Ausstellung „Handlungsräume“ steht am Anfang dieser Serie und lotet den Begriff des Raums aus: Was heißt Raum? Wie konstituiert sich Raum? Wie muß Raum geschaffen sein, um als Raum zu funktionieren?

In Wiebke Grösch / Frank Metzger’s (D) Arbeit Steadicam (2001) wird anhand von animierten, fotografischen Szenerien einer japanischen No-Bühne und einem diesen Bildern unterlegtem Dialog aus dem Film „Lost Highway“ der Schein von Wirklichkeit und Fiktion aufgebrochen. Grösch/Metzger arbeiten an einem „Unzuhause in den Bildern“ (A.Spiegl).

Achim Kobe (D) hebt mit malerisch-installativen Mitteln die Beschaffenheiten und Qualitäten der vorgefundenen architektonischen Situation hervor. Seine Arbeiten lassen sich als vom umgebenen Raum inspirierte Tafelgemälde verstehen.

Pauline Kraneis (D) transformiert durch den Prozess des Zeichnens reale Räume in eine Metapher mentalen Raums. In Fragmente zerlegt, werden die Einzelteile später neu geordnet. Die Gesetzmäßigkeiten von Bewegung und Dimensionen werden obsolet, wenn eine Ebene mit der nächsten verschmitzt und sich damit neue Räume eröffnen.

Kerim Seiler (CH) spielt mit der Wahrnehmung von Raum. Er konstruiert neue Räume in bereits bestehende, schafft eine Art Bühne zur Wirklichkeit, die zur eigentlichen Realität mutiert, diese aber auch wieder untergehen lässt. Seiler demontiert, um neue „Stillstandbilder“ entstehen zu lassen.

Nicole Wermers (D) Skulpturen sind von oben einsichtige, modellhafte Interieurs von Übergangssituationen, in denen die Betrachter gedanklich umherschweifen und sich verlieren können. Sie handeln von der Attraktivität verdichteter Räume, aber auch von dem Bewusstsein für die konstruierten und perfekten Verlockungen urbaner Konstruktionen.

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