Ausstellung

Gimme Shelter or I’m gonna fade away

Heike Aumüller, Maura Biava, Magnus Monfeldt,
Javier Núñez Gasco, Erik van Lieshout, Guido van der Werve, Olav Westphalen

Kuratiert von
Dominique Busch (Netherlands Media Arts Institute, Montevideo/TBA, Amsterdam)
und Bettina Steinbrügge

Führungen: 30. April, 14. Mai und 28. Mai jeweils 15:00h

Der Aura des Wortes „Obsession“ hängt etwas durchaus Geheimnisvolles, Verruchtes, ja sogar Gefährliches an. In dem Ausstellungsprojekt „GIMME SHELTER – or i’m gonna fade away “ dient die Obsession als Wortsignal für eine unbestimmt definierte und geortete Intensität.
Gerade in Zeiten, in denen der individuelle Aktionsraum und damit die individuelle Persönlichkeitsfindung immer weiter von herrschenden Normen und Codes eingeschränkt werden, ist obsessives Verhalten zu einer künstlerischen Ausdrucksform geworden, die sich eben diesen Normen versucht zu entziehen bzw. diese ad absurdum zu führen. Hier geht es um die Transgression als ein Akt der Selbsterfahrung im Moment bewusster Grenzüberschreitung, ein Akt, der die Grenze des Ertragbaren durch die Überschreitung immer weiter hinausschiebt
Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Obsession“ birgt für uns auch die kuratorische Fragestellung, wie diese künstlerische Vorgehensweise räumlich manifestiert werden kann. Wir konzentrieren uns dementsprechend auf Obsessionen, die eine räumliche Dimension annehmen bzw. sich räumlich manifestieren und den psychischen Innenraum zum physischen Außenraum werden lassen. Die imaginative Welt, das Rauschen im Kopf, lassen eine Welt entstehen, die auf den ersten Blick völlig chaotisch wirkt und doch ihre eigenen Gesetze und ihre eigene Logik entwickelt. Angesichts der Permanenz und Ausdauer, mit der die gesellschaftliche Normalität ihren Führungsanspruch verteidigt, können diese individuellen Gegenentwürfe nur provozieren.
Obwohl die ausgestellten Künstler sehr unterschiedliche künstlerische Ansätze vertreten, so verbindet sie doch das Infragestellen dessen, was wir gemeinhin „Normalität“ nennen. Gibt es überhaupt noch so etwas wie Normalität in unserer durchpluralisierten westlichen Gesellschaft? Auf pseudo-naiv-agressive Weise bedienen sich diese Künstler einer Art anti-glamour Ästhetik, die mit dem Hässlichen, dem Amorph-Sexuellen spielt und sich dadurch den gängigen gesellschaftlichen Normen von Schönheit und Ästhetik widersetzt.

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