Ausstellung

Crosskick – Critiques Croisées

Im Rahmen der von der ADKV konzipierten Ausstellungsreihe „CROSSKICK – Europäische Kunsthochschulen zu Gast in deutschen Kunstvereinen“, lädt Halle für Kunst Studenten der Haute école d’Art et de design aus Genf ein.

StudentInnen aus Genf:

Marie-Avril Berthet, Diego Castro, Adrien Laubscher, Alejandra Ballon, Alejandra Ayala Prati, Sylvain Froidevaux, Luz Munoz, Nathalia Rodriguez, Tilo Steireif

StudentInnen aus Lüneburg:
André Bernau, Ulrike Gerhardt, Katrin Glinka, Julia Hahn, Emeline van Houtte, Dagny Hübner, Lena Jühnk, Imke Kannegießer, Inga Karow, Silvia Kitanova, Daniela Kummle, Ines Koop, Clarissa Möller, Blandine Martin, Maike Moncayo, Mareike Neuser, Daniel Orthey, Catharina Rahlff-Mackeprang, Janina Reuter, Katrin Schaefer, Stephanie Seidel, Benjamin Seibel, Jan Sieber, Christiane Stier, Daniela Tödt

In der Woche vom 16. bis zum 20. Januar werden Studierende aus dem Bereich des Programms „Critical Curatorial Cybermedia“ (CCC) der Haute école d’art et de design (HEAD) in Genf gemeinsam mit Studierenden der Angewandten Kulturwissenschaften der Universität Lüneburg Halle für Kunst als Headquarter besetzen.Neben teach-in sessions in Form von Vorträgen, Workshops und Diskussionen, die von Dienstag bis Freitag jeweils von 17 – 19 Uhr stattfinden, wird es abends ab 21 Uhr be-ins geben, ein research-based Entertainmentprogramm.Das Projekt „Critiques Croisées“ zielt darauf ab, die Kunstinstitution, die Kunsthochschule und die Universität für eine institutionskritische Praxis derjenigen zu öffnen, die man eventuell als eine aufkommende dritte Generation der Institutionskritik bezeichnen könnte.

Produktionszusammenhänge des Kunstfeldes im Sinne von Bourdieu ihr einerseits zur Sichtbarkeit verhelfen und andererseits sie für bedeutsam erklärt, hat bereits seit Marcel Duchamp eine lange Tradition. Bezog sich bei ihm und später in den 60er Jahren etwa bei Michael Asher oder Daniel Buren die Kritik auf die Institution Museum, muss heute insgesamt nach der institutionalisierenden Funktion von Ausstellungshäusern, Kunstmarkt und auch Kunsthochschulen gefragt werden. So muss z.B. auch eine legitime Lehrmeinung, die an die Studierenden weitergegeben wird, als ein institutionalisierendes Instrument betrachtet werden, das von den Studierenden zunächst als Einstiegsvoraussetzung in das Feld anzunehmen ist. Gleichzeitig jedoch können sie ihre Stellung im Feld erst dadurch festigen, dass sie sich in ihrer künstlerischen und/oder forschenden Praxis über eben diese Kriterien hinwegsetzen und die etablierte Lehrmeinung in Frage stellen.

Gerade angesichts der langen institutionskritischen Lehr- und Forschungstradition im Fach Kunst- und Bildwissenschaften an der Universität Lüneburg wie auch an der Haute école d’art et de design (HEAD) in Genf bietet es sich für Halle für Kunst an, den Begriff der Institutionskritik neu auf die Agenda zu setzen und von nachfolgenden Generationen überprüfen zu lassen. Es ist noch offen, ob damit die Herausbildung einer neuen, dritten Generation von Institutionskritik verbunden sein wird, oder die Verabschiedung von diesem Programm.

Das Studienprogramm CCC wurde in den 80er Jahren von Cathérine Quéloz und Liliane Schneiter an der ESBA in Genf gegründet und ist seit 2000 ein eigenständiger postgradualer Studiengang. Dessen Ansatz besteht darin, dass eine theoretische Ausbildung der Kunststudierenden ebenso eine Praxis ist – eine theoretische Praxis, die aktiv mit der künstlerisch handwerklichen Praxis zu verbinden ist und nicht mehr, wie bisher, in zwei voneinander getrennten Bereichen gedacht werden kann. Das Programm verbindet demnach künstlerische Recherche und Produktion mit kuratorischer und kritischer Praxis sowie mit verschiedenen kulturellen Theorien (u.a. Cultural Studies, Feminismus, Gender Studies, Postcolonial Studies). Dies basiert auf der Annahme, dass die künstlerische Praxis und die Kritik künstlerischer Arbeiten nicht losgelöst von dem sie strukturierenden theoretischen und institutionellen Umfeld gesehen werden kann.

Dem Studiengang ist der Ausstellungsraum Sous-Sol angegliedert, der entsprechend der institutionskritischen Ausrichtung des Programms als Laboratorium fungiert.

Nach der Aktionswoche wird Halle für Kunst für die Laufzeit des Projekts als Dokumentationsort der teach-ins und be-ins fungieren.

 

Für die Förderung des Projekts bedanken wir uns herzlich:

Land Niedersachsen, Lüneburgischer Landschaftsverband, Stadt Lüneburg, Niedersächsische Sparkassenstiftung, Kulturstiftung des Bundes, Sparkasse Lüneburg, Niedersächsische Lottostiftung, Michael und Susanne Liebelt Stiftung, Universität Lüneburg, Haute école d’art et de design (HEAD) in Genf, ADKV

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