Ausstellung

TO SHOW IS TO PRESERVE – FIGURES AND DEMONSTRATIONS

Henri Langlois, dem Mitbegründer und langjährigen Direktor der Cinémathèque française wird der Satz zugeschrieben »To show is to preserve«. Darin kann das Verständnis einer Institution gesehen werden, das, mehr noch als im Archivieren, im Zeigen eine bewahrende Funktion erkennt. (In Folge unsachgemäßer Lagerung und wiederholt auftretenden Feuern in den Archiven der Cinémathèque gingen zahlreiche Filme für immer verloren.)

Der Ausstellung »To Show is to Preserve – Figures and Demonstrations« geht es darum, Praktiken des Zeigens auf den Ebenen des künstlerischen, theoretischen, kuratorischen und institutionellen Handelns zu befragen. Ein besonderes Interesse liegt dabei auf den produktiven, disseminativen und transformierenden Wirkungen des Zeigens.

Das Zeigen »von« etwas unterscheidet sich wesentlich vom Zeigen»auf« etwas. Eine Geste, die »auf« etwas zeigt, kann dessen Vorhandenheit in der Regel unproblematisch voraussetzen. Eine Geste, die »etwas« zeigt, bringt das Gezeigte als Ereignis möglicherweise erst hervor: Was wird also gezeigt, wenn etwas gezeigt wird?

In vielfältigen Bezügen steht das Zeigen zu Öffentlichkeiten, verstanden als Räume der Bewegung und Kommunikation, etwa in der Demonstration als politischer Protestform. Hier entstehen Strategien des Sichtbar-Werdens, die von Modellen der Repräsentation dazu

übergehen, Repräsentationssysteme parasitär und uneindeutig zu bewohnen.
Entscheidend für das Zeigen ist auch die Frage nach den beteiligten Trägermedien, von Werbetafeln bis zu Kunstinstitutionen, und den damit verknüpften Dispositiven. Diese Träger unterliegen häufig dem Verdacht, im Akt des Zeigens zu interferieren oder das Gezeigte durch manipulative Effekte zu korrumpieren oder stillzustellen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass solche Medien in ihrer Funktion der Übertragung tendenziell unsichtbar werden. Wie können diese selbst sichtbar gemacht werden und was kann diese Sichtbarkeit bedeuten?

»To Show is to Preserve – Figures and Demonstrations« schafft eine installative Situation, in der sich Formen des Zeigens mit Fragen nach ihren gesellschaftlichen und materiellen Bedingungen zu einer spezifischen Gemengelage verbinden. Die Ausstellung entstand als konzeptuelle Zusammenarbeit der KünstlerInnen, KuratorInnen und TheoretikerInnen Martin Beck, Eva Birkenstock, Jörg Franzbecker, Max Hinderer, Heiko Karn, Hannes Loichinger, Katrin Mayer und Eske Schlüters.

Unser herzlicher Dank gilt:
Land Niedersachsen, Stadt Lüneburg, Lüneburgischer Landschaftsverband, Niedersächsische Lottostiftung, Q-Bau GmbH, FineArt Bildmanufaktur Hamburg

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