HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV
JAHRESGABEN
2009
2008

GRAHAM HUDSON

 

»To the insane I owe them everything«, 2009
Karton, Wasserwaage, Maßband, Absperrband, Konstruktionsanleitung
Größe variabel
Auflage 20 + 2 AP (Unikatcharakter)
130 €

ZURÜCK

Der britische Künstler Graham Hudson (*1977 in Sussex) ist bekannt für raumgreifende Installationen, die immer auch Bezug zum Ausstellungsort sowie zu ihrer jeweiligen institutionellen und öffentlichen Setzung suchen. Bilden Ideologiekritik und die kritische Reflexion über aktuelle gesellschaftliche Konflikte, Werbung, Konsum und Medien die inhaltliche Folie seiner Arbeiten, verhandelt Hudson insbesondere durch die Auswahl der Materialien auf formaler Ebene gleichzeitig die Frage nach der Ontologie von Kunstwerken und ihrer Produziertheit im Allgemeinen. Meist sind es einfache, vor Ort gefundene Alltagsgegenstände, deren sichtbare Gebrauchsspuren bereits auf eine gelebte Vergangenheit verweisen und die durch minimale Eingriffe in fragile Rauminstallationen übersetzt werden: Pappkartons, defekte Ventilatoren, Verkehrsschilder oder auch Leitern. Ohne die Verwendung von Klebstoff oder Schrauben oder gerade den exzessiven Einsatz von beispielsweise Klebebändern werden die einzelnen Elemente derart ineinander verkeilt, dass sie in einem Schwebezustand verweilen, der immer auch die Möglichkeit einer plötzlichen Rückkehr zur ursprünglichen Funktion offen lässt.

Für seine Jahresgabe »To the insane I owe them everything« (2009) setzt Graham Hudson seine Recherche über Formen der Kollaboration, der Autorschaft und der Produktion fort. Die Arbeit fordert den Käufer dazu auf, die erworbenen Einzelteile einer beiliegenden Konstruktionsanleitung folgend eigenhändig zu installieren, das Resultat zu fotografieren und durch anschließende Einsendung des Fotos die Arbeit durch ein Zertifikat vom Künstler autorisieren zu lassen. Jede einzelne Umsetzung der Arbeit zeichnet sich somit durch die Zusammenarbeit zwischen Künstler und Käufer sowie die Ortsspezifik der jeweiligen räumlichen Situation aus. Neben dem Prozess der Installation von »To the insane I owe them everything« und den hierzu erforderlichen Materialien ist auch die Aufbauanleitung Teil des Kunstwerks, da über diese Einsicht in die gesamte Kommunikation zwischen dem Künstler und den Initiatoren des Projekts gewonnen werden kann. Damit werden weitere Elemente der Zusammenarbeit zwischen dem Künstler und den Koproduzent/innen sichtbar, durch die jeder Aspekt des Werkes, von der Konzeption über die Diskussion bis hin zur Umsetzung, transparent wird.

ZURÜCK

Ausstellungen (Auswahl)

2009

ZINGERpresents, Amsterdam (E)
»Flyers Flag Sheep Self«, Seventeen, London (G)
»Monitor«, Rom (E)
»What if This Was a Piece of Art?«, Halle für Kunst Lüneburg (G)
»Newspeak« (The Saatchi Collection), The State Heritage Museum, St. Petersburg (G)

2008

Jan Cunen Museum, Oss (E)
»6 of 1: Performance and Sculpture«, Camden Arts Centre, London (G)
»Locust Projects«, Miami (E)
»Eyesore«, V1, Kopenhagen (G)

2007

LISTE (with ZINGERpresents), Basel (E)
»From a distance«, Wallspace, New York (G)
Raid Projects, Los Angeles (E)
Rokeby, London (E)

2006

ZINGERpresents, Amsterdam (E)

2005

Rokeby, London (E)
»England their England«, Laden für Nichts, Leipzig (G)
VTO, London (E)

2004

Jerwood Artist’s Platform, London (E)