HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV
JAHRESGABEN
2011
2010
2009
2008

ESKE SCHLÜTERS

 

1 2 3 4 5 6 7

»abito #1, abito #2, abito #3, abito #4, abito #5, abito #6, abito #7«, alle 2009
Pigmentdruck auf lithorealistischem Papier
29,7 x 42 cm
7 Unikate
je 380 €

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Ausgangspunkt der filmischen Ein- und Mehrfachprojektionen von Eske Schlüters bilden zumeist »available facts« ­ Footage aus Spiel- und Autorenfilmen sowie philosophische und literarische Textzitate, Worte und Klänge ­ welche sie zu präzise inszenierten Gedankengebilden neu zusammenführt. Ihres ursprünglichen Kontextes entwendet, werden Bilder beiläufiger Posen, Gesten, Interieurs oder Landschaften mit mehrsprachig eingesprochenen Textpassagen kombiniert. In diesem Prozess entstehen filmisch-installative Reorganisationen unterschiedlichen thematischen Schwerpunkts, deren visuelle, akustische und textuelle Einzelelemente in symbolisch konzentrierte Bedeutungszusammenhänge gewendet werden. Es ist der selbstverständliche Umgang mit den Inkongruenzen und Zwischenräumen sprachlicher und visueller Repräsentation, als auch die Relationalität der Text-, Bild- und Denkfiguren, die ihre filmischen Erzählungen auszeichnen und ein Verständnis jenseits einer eindeutigen Lesbarkeit einfordern.

Als Jahresgabe für Halle für Kunst hat Eske Schlüters während eines Stipendienaufenthalts in Florenz sieben Unikate mit dem Titel »abito #1-#7« gefertigt. Die Pigmentdrucke visualisieren scheinbar nebensächliche Elemente der florentinischen Historie, um deren Konstruktionen und Gegenwartsbezüge neu zu inszenieren. Aus einer Sammlung an Fotografien disparater »Artefakte« wurden einzelne Motive ausgewählt und zu Bildclustern montiert. Nahezu zerfallene Medicigewänder, architektonische Details florentinischer Palazzi, Konstruktionszeichnungen, zeitgenössische Vorhänge, Oberflächenstrukturen und Muster erschließen einen Raum des narrativen Davor und Dazwischen, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen. Abito (ital.) kann mit Kleid, Gewand oder auch Gewohnheit übersetzt werden. Der durch den Herstellungsprozess entstandene Moiré-Effeka?t, welcher die Collagen überschreibt, wird hier als Verfahren der Überlagerung von Strukturen gewürdigt, da er zulässt, über Ähnlichkeiten die Differenzen kultureller Bedeutungsträger neu zu entdecken. Die vielfach reproduzierten Bilder, teils aus Büchern, Schaufenstern, Gebäuden und schließlich vom Bildschirm abfotografiert, werden zu Puzzleteilen eines (des-)illusionistischen Streifzugs durch die Bildernetze visueller Historiografien.

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Ausstellungen (Auswahl)

2009

»open studios«, Villa Romana, Florenz
»fake or feint«, Berlin Carré, Berlin (G)
Oberhausen Kurzfilmfestival
»Videonale 12«, Bonn
»4 weeks 4 sights«, Galerie Mikael Andersen, Berlin (E)

2008

»To Show is to Preserve — figures and demonstrations«, Halle für Kunst,
Lüneburg (G)
»Ähnliches und Mögliches — levels of enactment«, Kunstverein für die
Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (E)

2007

»Cine y casi cine«, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (G)
ZwischenFiguren» — remember after all: there are such things!«
(mit Katrin Mayer) rraum, Hamburg
ZwischenFiguren» or dependency is a marvelous thing«, (mit Katrin Mayer)
White Space, Zürich (G)

2006

»Academy/Akademie, (Modulator update)«, MuHKA, Antwerpen (G)
»Sehen als Denken sehen«, Museum für Gegenwartskunst, Siegen (Katalog) (E)
Viper, Basel

2005 »True to You«, Gold, Hamburg (E)
»Akademie, (Modulator)«, Kunstverein Hamburg (G)