HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV
JAHRESGABEN
2011
2010
2009
2008

DAVE ALLEN

 

»Northern Mockingbirds at the Halle für Kunst«, 2002/2008
C-Print
24 x 30 cm
Auflage 5 + 2 AP
€ 350 Euro

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In der Arbeit des schottischen Künstlers Dave Allen (*1963 in Glasgow), der mit Videoarbeiten, Performances und Installationen bekannt geworden ist, spielt die facettenreich verwandte Musik sowie ihre Übersetzung in sichtbare und unsichtbare mediale Strukturen und Frequenzen eine entscheidende Rolle. Im Rahmen seiner Ausstellung »The Mirrored Catalogue d´Oiseaux« in den Räumen von Halle für Kunst Lüneburg eV (2002) war das Stück Catalogue d’Oiseaux des französischen Komponisten Olivier Messiaen (1908-92) zu hören. Messiaen, Komponist und Ornithologe, begann Anfang der 50er Jahre den Gesang von Vögeln im natürlichen Environement, der freien Natur, in Klavierkompositionen zu notieren. Dem gegenüber, im zweiten Raum der Ausstellung, befand sich ein Paar lebender Spottdrosseln. Spottdrosseln gehören zu den eifrigsten Imitatoren der Vogelwelt und ihr Gesang verändert sich in entscheidender Weise relational zu ihrem Umfeld. Die Installation spielte mit der Idee, den Vögeln die einst von Messiaen komponierten Stücke in einem closed circuit vorzuspielen und durch die erneute Wiedergabe der Spottdrosseln in »die Sprache der Natur« rückzuübersetzen.

Für die Jahresgabe in Halle für Kunst greift Dave Allen ein mittlerweile ikonisches Bild aus der in den Räumen von Halle für Kunst zum ersten Mal gezeigten Installation »The Mirrored Catalogue d´Oiseaux« (2002-2007) auf, das mittels einer vertikalen Spiegelung gebrochen wird und, wie die Installation, paradigmatisch allgemeine Fragen zur Widerspiegelung und Mimesis in den Künsten aufwirft. An diesem bereits von Platon und Aristoteles breit verhandelten Gegenstand hat sich ein Jahrhunderte alter Streit entzündet, der bis heute anhält: Ist die Nachahmung reduziert auf ihren Vorgang des »Kopierens« zu verstehen, oder eine Hervorbringung eigenen Werts und damit eine neue Produktion? Neben Fragen der ästhetischen Theorie und damit dem Natürlichen und Künstlichen, schließen solche des Copyrights an, entlang deren Fluchlinien sich die Arbeit von Dave Allen ansiedeln lässt.

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Ausstellungen (Auswahl)

2008

»Canon to the Hammer of the Gods«, Secession, Wien (E)

2007

Röda Sten, Göteborg (E)
»Tanzen, Sehen – The Provocation of the Media in the Dialogue of Dance and Fine Art«, Museum für Gegenwartskunst Siegen, Centro Andaluz de Arte Contemporáneo Sevilla (G)

2006

»One Way, Another Way, Then Any Other Way«, Letzte Überprüfung/Kunstfabrik am Flutgraben, Berlin (E)
»While Interwoven Echoes Drip into a Hybrid Body«, migros museum für gegenwartskunst, Zürich (G)

2005

»PING-PONG«, Wiensowski & Harbord, Berlin (E)
»Dedicated to You But You Weren’t Listening«, The Power Plant, Toronto (G)

2004

»Ouroborous«, CCA, Glasgow (G)