HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV
JAHRESGABEN
2011
2010
2009
2008

ANDREA BOWERS

 

»Wir haben die Schnauze voll«, 2008
Sprühfarbe auf Geschenkpapier
45,8 x 61 cm
Auflage 6 (Unikatcharakter)
€ 780

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Die Arbeiten von Andrea Bowers (*1965, Wilmington, USA) konzentrieren sich hauptsächlich auf Videoinstallationen, Zeichnungen und die Produktion von Büchern, umfassen aber je nach situativem Bedarf auch andere Medien und Interventionen. Viele ihrer Projekte beginnen mit einer ausgiebigen Recherche, deren Ergebnisse maßgeblichen Einfluss auf die Art der Realisierung der jeweiligen Arbeit haben und kontextualisieren historische Ereignisse in der heutigen Zeit, um ihre Bedeutsamkeit für die aktuellen Verhältnisse zu betonen. Gerade das Moment der Wiederholung spielt hierbei eine große Rolle, und ermöglicht einen Zugang zu Begebenheiten der Vergangenheit, die versehen mit ihrer historischen Referenz die realgeschichtliche Relevanz der Arbeiten von Andrea Bowers ausweisen. Diese präsentieren unter anderem die Geschichten von AktivistInnen, um auszudrücken, dass Widerspruch, ziviler Ungehorsam und Direkt Action essentiell sind, um den demokratischen Prozess aufrecht zu erhalten. Sie betonen damit die Bedeutung einer politischen Strategie, welche in Opposition zu Gewalt und Krieg steht. Die kulturelle Produktion wird damit integraler Bestandteil der politischen Arbeit und kann antihegemonialen Widerstandspraktiken helfen, indem sie ihnen eine Stimme verleiht.

Die Serie »Workers Rights Posters« ist ein fortlaufendes Projekt, bestehend aus handgemachten Postern aus Geschenkpapier, auf die mittels Schablonen und Sprühfarben Texte aufgebracht werden. Die Texte der Serie stammen von Protestbannern, Flugblättern und Postern der »Worker Rights« Bewegungen vom Beginn des 20. Jahrhunderts, einige darunter von der »IWW «(Industrial Workers of the World), die 1905 in Chicago gegründet wurde. Die Quelle des Textes der Jahresgabe für Halle für Kunst ist ein Plakat, das in Deutschland für den Aufruf zu 1. Mai-Demonstrationen in Gostenhof verwandt wurde. In Kombination mit dem geblümten Geschenkpapier unterminieren die Protestslogans das verbreitete Stereotyp weiblicher Bildlichkeit und implementieren dieses in eine subversive und radikale politische Tradition.

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Ausstellungen (Auswahl)

2008

»nach/sichten«, Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Oldenburg (G)
»Amateurs«, CCA Wattis, San Francisco (G)
»Andrea Bowers: SANCTUARY«, VAN HORN, Düsseldorf (E)
»The Way That We Rhyme: Women, Art & Politics«, Yerba Buena Center for the Arts, San Francisco (G)
Steven Shearer / Andrea Bowers, The Power Plant, Toronto (G)

2007

»The Weight of Relevance«, Secession, Wien (E)
»VER BAILAR«, CAAC Sevilla (G)
»Tanzen, Sehen«, Museum für Gegenwartskunst, Siegen (G)

2006

»Nothing is Neutral: Andrea Bowers«, REDCAT, Los Angeles (travelling to: ArtPace, San Antonio, St. Louis Museum) (E)
»Vows«, Halle für Kunst, Lüneburg (E)
»Eulogies to One and Another«, Galerie Praz-Delavallade, Paris (E)
Mehdi Chouakri, Berlin (E)
»Letters to an Army of Three«, Core Program, Glassell School of Art, Museum of Fine Arts, Houston (E)
»Art for our sake!«, Bard College, Annandale-on-Hudson, NY (G)
»particulate matter«, Mills College Art Museum, Oakland (G)

2005

»REALIT;-)T«, Sammlung Goetz, Seedamm Kulturzentrum, Schweiz (G)
Estacion Tijuana, Tijuana, Mexico (G)
»Old News«, Los Angeles Contemporary Exhibitions, Los Angeles (G)

2004 »Soft Blockades Part 2«, Magazin 4, Voralberger Kunstverein, Bregenz (E)
»Nonviolent Civil Disobedience Training«, Sara Meltzer Gallery, New York (E)
»100 Artists See God«, The Jewish Museum, San Francisco; Laguna Art Museum, Laguna Beach; Institute of Contemporary Arts, London; Contemporary Art Center of Virginia; Albright College Freedman Art Gallery, Reading; Cheekwood Museum of Art, Nashville (G)