HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV
JAHRESGABEN
2011
2010
2009
2008

WANG TAO-CHENG

 

»The Necklace«, 2008
Tusche und Druck auf Xuan-Papier
42 x 30 cm, 42 x 30 cm, 42 x 45 cm
1 Unikat
Diese Jahresgabe ist leider bereits vergriffen.

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Wang Tao-Cheng (*1981 in Chengdu/CN) reflektiert in seinen Bildern und Zeichnungen autobiographische Erlebnisse und Alltagseindrücke mit derselben Intensität, wie er auch Traumbilder und kulturelle Erfahrungen verarbeitet. Er selbst formuliert seine Arbeiten als Widerspiegelung davon, wie sich »das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft ... in der subjektiven sowie objektiven Welt verschiebt« und bezeichnet die Wirklichkeit als Mischung aus Atmosphäre und Illusion, die zwischen diesen beiden, voneinander untrennbaren Polen changiert. In Wang Tao-Chengs oftmals enigmatischen Bildkompositionen verdichten sich traditionelle Elemente chinesischer Kunst mit kontemporären Eindrücken zu einem persönlichen Tagebuch.

In der Jahresgabe für Halle für Kunst entwirft Wang Tao-Cheng Buchdeckel und eine Innenseite für Guy de Maupassants (1850-1893) Novelle »The Necklace« (»La Parure«, 1884). In dieser Geschichte leiht sich Mme Loisel, Frau eines kleinen Beamten, von einer Freundin Schmuck aus, um bei einem gesellschaftlichen Anlass nicht durch ihren niedrigen Stand aus der Reihe zu tanzen. Zu ihrem Entsetzen verliert sie im Taumel der Nacht die Kette, kann sie aber stillschweigend und unbemerkt durch ein ähnliches, sehr kostspieliges Stück ersetzen. Die Rückzahlung der für die Kette aufgenommenen Kredite treibt sie über Jahre hinweg in Ruin und das individuelle Begehren nach gesellschaftlicher Identität trifft auf das Unvermögen, die realen Verhältnisse um der Wahrung des schönen Scheins Willen zum Ausdruck zu bringen. In China ist die Novelle für die Verhandlung von Schein und Sein zwischen Determinismus und freiem Willen sehr berühmt, und Wang Tao-Cheng schreibt sich mit den Entwürfen in die tragische Geschichte der Verstellung ein. Auf dem ersten Bild (v.r.n.l.) sind fotografierte Blumen und welke Blätter vereint, Sinnbilder für Frühling und Herbst, für die Flüchtigkeit und ewige Wiederkehr der Schönheit. Der zweite Teil gleicht der Kopie eines Buchdeckels, versehen mit dem persönlichen Stempel von Wang Tao-Cheng und dem mit Tusche aufgebrachten Titel. Das dritte Bild ist ein Selbstportrait, auf dem der Künstler sich in einer Tracht der Frühlings- und Herbstannalen (722 bis 481 v. Chr.) zeigt, einer Zeit in China, die von Weisheit, Umbrüchen und Kriegen gezeichnet war.

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Ausstellungen (Auswahl)

2008

»Private Party«, vierter Stock, Berlin (E)
»Intervention«, Kunstverein Göttingen (E)

2007

»Fremdgehen«, mit Isi Kunath, Abteilung Kultur und Bildung des Deutschen Generalkonsulats, Shanghai (E)

2005

»Ausgezeichnete Arbeiten des College of Fine Arts«, Pädagogische Universität Nanjing (G)

2000

»Ausgezeichnete Arbeiten der Mittelschule«, Chengdu (G)