HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV
JAHRESGABEN
2011
2010
2009
2008

JEANNE FAUST

 

»Gold«, 2008
C-Print
49,8 x 40 cm
Auflage 8
€ 680

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Die in Hamburg lebende Künstlerin Jeanne Faust (*1968 in Wiesbaden) arbeitet in den Medien Film und Fotografie, die sie, wie zuletzt in »Was ich gesehn hab, da sag ich nichts drauf« (2008) in der ar/ge kunst Galerie Museum in Bozen und der Ausstellung »Die Woche des vollständigen Materials« (2008) in der Halle für Kunst in Lüneburg, in einer installativen Kulisse zeigt. Auf den ersten Blick scheinen ihre Arbeiten eine Geschichte erzählen zu wollen, bei genauerem Hinsehen fällt allerdings auf, dass die Künstlerin zu dem Erzählten auf Distanz bleibt und aus der Position einer Beobachterin niemals gänzlich evidente Szenarien schafft. In den Filmen sich dem Mittel der Dekonstruktion bedienend, indem Handlungsstränge unaufgelöst verschwinden und sich neue eröffnen, wendet sie in den fotografischen Arbeiten eine ähnliche Methode an, indem sie Bildvorlagen mit der Schere bearbeitet, schichtet, verfremdet, erneut ablichtet und in diesem Prozess zu unheimlichen Arrangements kombiniert. In beiden Medien wird das kollektive filmische und fotografische Bildgedächtnis angesprochen, doch bei der verunklarten und niemals exakt ausgewiesenen Herkunft der Sujets ist die Rückbindung an die Ausgangsbilder problematisch.
Thema ihrer Arbeiten sind weniger die Identitäten einzelner Figuren oder Bilder, sondern vielmehr das Erzählen an sich. Immer wieder widmet Jeanne Faust sich der Frage, welche Mittel und Informationen nötig sind, um eine Geschichte zu konstruieren, und kombiniert dabei dokumentarische und fiktive Elemente. In ihrer Jahresgabe, einer fotografierten Collage, auf der gewisse Bildelemente einen den Hut ziehenden Mann andeuten, entspricht die Zusammensetzung in keiner Weise der natürlichen Physiognomie eines Menschen. Die den Hut haltende Hand und das Mundtuch sitzen zu nah aufeinander, um einem dahinter liegenden Gesicht Platz zu geben, sofern es denn überhaupt im Bild wäre. Auf die essentiellen Elemente der Rezeption reduziert, ist hinter der Maskierung keine weitere Maske, sondern nur das konstruktive Gerüst unserer Wahrnehmung.

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Ausstellungen (Auswahl)

2008

»Was ich gesehn hab, da sag ich nichts drauf«, ar/ge kunst Galerie Museum, Bozen (E)
»excuse me brother«, Museum Ludwig Köln (E)
»Die Woche des vollständigen Materials«, Halle für Kunst, Lüneburg (E)

2007

»Die Party«, Meyer Riegger, Karlsruhe (E)
Kunsthaus Glarus (E)
Preis der neuen Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof, Berlin (G)
»Made in Germany«, Überblicksschau zur jüngeren Gegenwartskunst in Deutschland, Sprengel Museum Hannover, kestnergesellschaft, Kunstverein Hannover (G)

2006

»Outlandos«, Galerie Karin Guenther, Hamburg (E)
»Biennale« Sao Paulo (G)
»40 Jahre Videokunst«, ZKM Karlsruhe, Kunsthalle Bremen, Lehnbachhaus München (G)

2005

»Projekt Migration«, Kölnischer Kunstverein, Köln (G)
»Geschichtenerzähler«, Galerie der Gegenwart, Kunsthalle Hamburg (G)
»Akademie. Kunst lehren und lernen«, Kunstverein Hamburg (G)

2004

»The Mansion/Das Haus«, Galerie Meyer Riegger, Karlsruhe (E)
»ars viva 3/4 film facing footage«, Jeanne Faust und Omer Fast, Brandenburgerischer Kunstverein Potsdam e.v, Frankfurter Kunstverein, Pinakothek der Moderne,München (G)
»Deutschland sucht...«, Kölnischer Kunstverein (G)
Museum of Contemporary Photography, Chicago, USA (G)