HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV
JAHRESGABEN
2011
2010
2009
2008

JOCHEN SCHMITH

 

»Tea Dances«, 2008
Pappe mit Laserschnitt, Vinyl
7" (18 x 18 cm)
Auflage 3 + 1 AP
€ 550

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Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 reflektiert die in Hamburg und Berlin verortete Künstlergruppe Jochen Schmith in situativer Herangehensweise die räumlichen und strukturellen Bedingungen des Ausstellens sowie der zeitgenössischen Kunstproduktion. Als fiktiver Autor dekonstruiert Jochen Schmith vorgefundene Zeichensysteme in komplexen medienübergreifenden Raumstrukturen. Der Ausstellungsort fungiert dabei als Bühne, auf der Besucher in ein narratives Spiel der Inszenierung involviert werden. Durch die theatralen und exponierten Funktionsweisen der Einzelelemente wird ein Vokabular bereitgestellt, das den Betrachter als Mitproduzent von Bedeutung einbezieht.

In »Tea Dances«, der diesjährigen Jahresgabe für Halle für Kunst, greift Jochen Schmith das Phänomen von Coverversionen in der Popmusik auf und kombiniert Zuschreibungen von Autorschaft und Aneignungsstrategien durch mehrschichtige Referentialitäten. In den Sechziger Jahren etablierte sich in Hongkong unter chinesischen Bands die Mode englischsprachige Popsongs zu kopieren, um den Klang einer modellhaft wahrgenommenen Jugendbewegung in den eigenen Kontext zu übersetzten. Jene einst stark verbreiteten Vinyls mit chinesischen Coversongs bekannter Bands wie der »Doors« oder der »Beatles« sind heutzutage Raritäten – sie finden sich mittlerweile allein als trägerlose mp3s im virtuellen Raum. Für Halle für Kunst hat Jochen Schmith eine jener verschollenen Singles als Dubplate reproduziert – ein Format, das gewöhnlich für DJ’s als Einzelstück (oder in sehr geringen Stückzahlen) gefertigt wird. Auf der Single sind von Rita Chao in Mandarin interpretierte Versionen von »Creedence Clearwater Revival (Proud Mary)« und »Shocking Blue (Venus)« zu hören. Die Gestaltung des Plattencovers ist motivisch ans Original angelehnt, wobei das ursprüngliche Foto der Interpretin als Schablone gestaltet wurde. Die Schablonierung zitiert eine Praxis, welche mit der Geste der potentiellen Vervielfältigung und urbaner Identität spielt. Ausgehend von Fragen zu Authentizität und Inszenierungsstrategien kann »Tea Dances« als eine Verschränkung von Signifikaten urbaner Jugendbewegungen gelesen werden.

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Ausstellungen (Auswahl)

2008

»Wir nennen es Hamburg«, Kunstverein in Hamburg (G)
»Auftakt«, Kunstverein in Hamburg (E)
»Gastspiel«, Rüdesheim am Rhein (G)
»Hamburger Arbeitsstipendium für bildende Kunst«, Kunsthaus Hamburg (G)

2007

»GELD«, Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg (E)
»Display«, Halle für Kunst Lüneburg eV (G)

2006

»STRAY«, Para/Site Hong Kong, China (G)
»Akademie – learning from art«, MUHKA Antwerpen, Belgien (G)
Jochen Schmith, Hedah Maastricht (E)
Galerie Karin Günther / Nina Borgmann Hamburg (G)

2005

»met zonder kop«, ARTIS, Den Bosch Holland (G)
»POST-DOUBLE-SUPER-HIGH-OPENING«, Galerie der HfbK Hamburg (G)
»Akademie«, Kunstverein Hamburg (G)

2004 »NOTINMYNAME«, Ausstellungsraum KX Hamburg (G)