Veranstaltung

Arbeitskreis: Ökonomische und juristische Rahmenbedingungen im ästhetischen Feld

messe 2ok

Veranstaltung im Rahmen der Messe 2ok, Köln

Alice Creischer (Künstlerin), Stephan Dillemuth (Künstler), Justin Hoffmann (Kritiker), Dirk von Kügelgen (IG Medien), Christoph Schäfer (Künstler), Andreas Siekmann (Künstler), Cathy Skene (Künstlerin), Brigitta Volz (Künstlerin), Ekkhard Wesche (BBK)

Die Messe 2ok wurde von Künstlern initiiert, um selbstorganisierte und kontextuelle Arbeitsweisen darzustellen und zu diskutieren. Der hermetisch abgeriegelte Kojencharakter von Kleinunternehmern der üblichen Messen sollte aufgebrochen werden. Vorrangiges Ziel der Veranstaltung war die Schaffung einer Plattform für den Erfahrungsaustausch über Themen wie Preisbildungsmechanismen, Marktkompatibilität oder Existenzbewältigung.

halle_für_kunst e.V. plante für die Messe 2ok einen Arbeitskreis, um an der existenziellen Problemzone derjenigen zu arbeiten, die sich absichtlich außerhalb des kommerziellen Marktes stellen und den Weg der Selbstorganisation wählen. Da jedoch die verschiedenen Kunstsysteme zumeist an Selbstreferentialität kranken, erschien es wichtig, herkömmliche Strukturen aufzubrechen, um effektive Veränderungen, z.B. bei Ausstellungshonoraren, erzielen zu können. Es bestand das Interesse, zwei Gruppen zusammenzuführen, die kaum miteinander kommunizieren, obwohl sie teilweise an ähnlichen Fragen, z.B. der Honorarvergütung, arbeiten.

Der Arbeitskreis offenbarte die grundlegenden Kommunikationsprobleme: Es gab ein systematisch strukturiertes Ungleichgewicht der Beteiligung, fast ein Frage – Antwortspiel. Das lag sicherlich an der geübten Selbstdarstellung der Verbände, wie auch an den Künstlern, die es offensichtlich nicht gewohnt sind, als geschlossene Gruppe aufzutreten. Die eigene marginalisierte Position ist schwer vereinbar mit dem Populismus einer Gewerkschaft, die den Gedanken der Demokratisierung forciert und die wiederum aus ihrer Position heraus nicht in der Lage ist, zwischen den Problemen verschiedener Teilsektoren des Kunstfeldes zu differenzieren. Das vielleicht aus Unwissenheit, denn viele Gewerkschaftsmitglieder rekrutieren sich aus traditionell orientierten Kunstbereichen, oder aufgrund von politischen Forderungen, wie z.B. der ‚Kunst für alle‘. Und so entsteht das Spiel von ‚legitimer Haltung‘ und von Verweigerung, obwohl man aus der Arbeit der Verbände Nutzen ziehen könnte, wie z.B. in der Künstlersozialkasse geschehen.

Heike Munder

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