Veranstaltung

Videolounge: «Valie Export» (Wien)

vorgestellt von Julia Peters

Die Wienerin Valie Export (geboren 1940) gehört zu den profiliertesten und aktuell interessantesten Künstlern der Gegenwart. Sie zählt zu den Pionieren der multimedialen Kunst, verwendete von Beginn an Fotografie, Video, Film, Aktion und Performance, um neue Formen von aktueller Kunst erfahrbar zu machen. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sie sich mit der Problematik der Geschlechterm, mit den tradierten Rollen- und Identitätszuschreibungen von Mann und Frau.
Das Ausstellungs-Projekt „Psycho-Prognose“ ist in drei Teile gegliedert und soll einen ebenso retrospektiven wie aktuellen Einblick in ihr Werk geben. Gezeigt werden eine mehrteilige Laser-, Video-, Text- und Sprachinstallation sowie ausgewählte Foto- und Konzeptserien aus den 60er, 70er und 80er.
Gezeigt wird u.a. der Film ‘Losing: A Conversation with Parents.’ (1977), in dem ein fiktives Interview mit den Eltern einer eßgestörten Tochter dargestellt wird. Der Film verhandelt das Auftreten von Magersucht bei jungen Frauen nicht nur als persönliches, psychisches Problem und unter der Frage nach der Teilhabe der westlichen Gesellschaft an der Krankheit, sondern er problematisiert auch die Paradoxie des Auftretens solcher Krankheiten in der westlichen Welt im Vergleich zum Hungerleiden der Bevölkerung der Dritten Welt.
In ‘Semiotics of the kitchen’ (1975) macht eine Hausfrau Haushaltsgegenstände quasi zu Waffen.
Die Filmarbeiten zeichnen sich durch ihre Vielschichtigkeit aus, die in ihrer humorvollen Sensibilität einen Akt der Kritik darstellen, ohne eindeutige Antworten geben zu wollen.
Der Film ‘Vital Statistics of a Citizen Simply Obtained‘ (1977) thematisiert die Vorstellung von weiblicher Identität und deren Repräsentation.

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