Veranstaltung

Videolounge: «Martha Rosler» (USA)

vorgestellt von Julia Peters

Semiotics of the kitchen 1975, 6 min.

Der Film stellt eine parodistische Adaption einer Kochdemonstration dar. Rosler steht vor einem Tisch mit Küchengeräten, sie hebt sie einzeln hoch, benennt sie und demonstriert gestisch den Gebrauch, der aber vom üblichen Gebrauch abweicht. Damit werden die alltäglichen Bedeutungen der Küche, dem Ort der gewöhnlicherweise der Frau zugesprochen wird, ironisch überschritten und in Wut umgewandelt. Rosler sagt selbst, daß sie die domestizierte ‘Bedeutung von Haushaltsgeräten mit einem Lexikon von Wut und Frustration ersetzt.’

Born to be sold: Martha Rosler reads the strange case of Baby S. M. 1988, 30 min.

Der Film lehnt sich an einen wahren Gerichtsfalls über Leihmutterschaft, in dem es um das Sorgerecht über das Kind geht, an. Die Leihmutter kommt aus sozial schwachen Verhältnissen, ihr Mann ist Müllman und Trinker. Das Ehepaar, das sozusagen das Kind in Auftrag gibt, kommt aus der Oberschicht. Auf verschiedenen Ebenen nähert Rosler sich dem Fall, oder kommentiert den Fall. Das Video ist sehr dicht und vielschichtig, es enthält an Performances angelehnte Narration, dokumentarische Elemente, Bilder und Texte aus den Massenmedien, etc. Die Analyse zeigt, wie politische, klassen und ideologische Systeme auf dem Körper der Frau ausgespielt werden. Das Thema wird zum einen auf der Ebenen des Geschlechts verhandelt, zum anderen auch unter der Frage nach der Klassenzugehörigkeit. Eben, daß tatsächlich eher Frauen aus den unteren Schichten sich als Leihmütter verkaufen, und daß die dann, quasi aufgrund der klassenzugehörigkeit kein recht mehr auf das Kind haben, wie es im ersten Gerichtsurteil des Prozesses entschieden wurde. Die scheinbar gerechte Gesetz ist durchdrungen von Ideologie, die im Sinne der herrschenden bourgoisen Klasse operiert.

Secrets from the street: No disclosure 1980, ca. 15 min.

Super-8 Film, der in Video transferiert wurde, es gibt keine wirkliche Handlung, aber eine Stimme spricht einen Text. Das Video wurde für die Ausstellung ‘Secrets from the street: No disclosure’ im MOMA San Francisco produziert. Der Film argumentiert, – gegen das Thema der Ausstellung: keine Bekanntgabe – daß Erklärungen für kulturelles Leben, die die Fragen nach sozialer Macht auslassen, mythisch sind. Das tatsächliche Geheimnis ist die verdunkelte Relation der ökonomischen und politischen Dominanz, die von der eigenen Kultur über die beobachtete Subkultur, ausgeübt wird. Während des Films erzählt eine Sitmme von diesen verschleierten Dominanzen, sie sagt u.a.: ‘Das Geheimnis ist, die Bedeutung der eigenen Kultur zu kennen, du mußt die Limits deiner eigenen Bedeutung kennen.’

How do we know what home looks like? 1993, ca. 30 min.

Einladung, eine Arbeit über Wohnsituation in Südfrankreich zu machen, innerhalb des Firminy Projekts, organsisiert von Yves Aupetitallot. Das Gebäude mit dem sich der Film beschäftigt gehört zu Le Corbusiers Unité d’habitation-Einheiten. Der Komplex wird auch die ‘vertikale Gartenstadt’ genannte, es sind Wohneinheiten die von Le Corbusier entworfen wurden und zwischen 1945-52 erbaut wurden. Die Gebäude sollten zu funktionellen ‘Wohnmaschinen’ werden mit optimaler Ausnützung der Grundfläche (des Lichtes, etc.). Einer der wichtigsten Aspekte der Architektur der Zeit war, möglichst viele Leute auf wenig Raum unterzubringen, schnell und billig zu bauen. immer mit den neusten und billigsten Technologien. Der Film interviewt Leute die dort wohnen, er ist unkommentiert.

Chile on the Road to NAFTA

– zeigt eine Autofahrt über eine Straßen in Chile
– besonders auffällig sind die riesigen Reklameschilder
– zeigt den Einbruch des Kapitalismus in die ehemalige Diktatur

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