Veranstaltung

«Soapbox Lecture» – Vortrag von Christine Hill (USA)

hill

1995 präsentierte Christine Hill in den Räumlichkeiten des Viskulenhofs ‚Lecture‘, einen improvisierten, zweistündigen Vortrag, in dem sie von den im Rahmen ihrer künstlerischen Produktion angebotenen Tätigkeiten und Erfahrungen als Dienstleisterin, wie ihrer Arbeit als Masseurin oder Schuhputzerin und ihrer eigenen Band Bindemittel, berichtete.
Im November 1999 führte Christine Hill die ‚Soapbox Lecture‘, eine professionell angelegte Vortragstour durch verschiedene Kunstinstitutionen und Kunsthochschulen in Deutschland, zu einem Tourstop erneut nach Lüneburg. In einer Gratwanderung zwischen Universitätsvortrag und perfekt inszenierter Performanceshow präsentierte die Künstlerin ihre Arbeiten.

Flexibel, selbstbestimmt, lebende soziale Skulptur, Gesellschaftstouristin u.a. – Attribute, die den Charakter des Schaffens von Hill zu umschreiben versuchen. Ihre Kunst lebt nicht durch die fort-währende Produktion von Werken, die sich in den entsprechenden Diskurs eingliedern lassen. „Ich will nicht im Museum landen, sondern meine Arbeit in die Gesellschaft integrieren.” Ihr Schaffen wird als Studie kultureller und sozialer Parameter rezipiert.
Eine Profession, bei der die Gesellschaftstouristin in verschiedene Rollen schlüpft. Die dabei stattfindende Vermischung der gewählten Rolle mit ihrer Person bringt neue Identitätsentwürfe, neue Kommunikationsplattformen hervor, von denen aus sie den Absprung in verschiedene Arbeitsbereiche, Lebenszusammenhänge und Denkmuster wagt. Sie tritt ein in die Strukturen der Gesellschaft, arbeitet, kommuniziert und produziert mit den dort auf sie stoßenden Personen. Fragestellungen aus dem Kunstfeld werden so auf ihre Zusammenhänge im Alltagsleben überprüft.
Die Form ihrer (Selbst-)Darstellung wechselt mit jedem einzelnen Projekt. Hill passt sich jedoch nie ganz den vorgegebenen Bedingungen an: mit minimalen Irritationen performt sie Realität. Kerstin Niemann

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