Veranstaltung

Videolounge: «Identität hat man doch zu viel»

Ellen Cantor (USA) und Yayoi Kusama (Japan)
vorgestellt von Heike Munder und Jan Verwoert
2. Mai 2000

In unserer Veranstaltungsreihe ‚IDENTITÄT hat man doch zuviel‘ haben wir an diesem Abend zwei künstlerische Positionen aus unterschiedlichen Generationen vorgestellt. Beide Künstlerinnen beschäftigen sich mit dem Körper als Vehikel und zentrale Metapher, über die sie Sexualität und Identität definieren: fragmentarisiert, verletzlich und zugleich ironisch.

Ellen Cantor
Gefühle sind immer schon Kino. Das heißt: Gefühle sind nicht unabhängig von ihren Ausdrucksformen, von Gesichtsausdrücken, Körperhaltungen oder Posen. Von Darstellungsmitteln also, deren Gebrauch man im Kino oder Fernsehen lernt. Mit genau diesen Darstellungsmitteln arbeitet die amerikanische Künstlerin Ellen Cantor seit den 90er Jahren in ihren Videos: Sie schneidet hochemotionales Bildmaterial aus alten Spielfilmen heraus und montiert es neu. Fragmente aus Heimatschnulzen, Horrorfilmen, Pornos etc. werden collagiert zu einer persönlichen Hommage an das Kino der großen Gefühle und billigen Effekte.
(vorgestellt von Jan Verwoert)

Yayoi Kusama
Es gibt immer wieder KünstlerInnen in der Geschichte, die zu den sogenannten Künstler-Künstlern gehören. Gemeint sind Positionen, die speziell für die nachfolgenden Generationen von KunstproduzentInnen eine wichtige Funktion einnehmen. Zu einer solchen Positionen zählt die Japanerin Yayoi Kusama. Sie begann bereits in den frühen 60er Jahren, sich mit geschlechterspezifischen Themen auseinanderzusetzen und brachte damit eine Sexualisierung des Alltags zur Sprache. Sowohl auf formaler als auch auf inhaltlicher Ebene zeugen die Ergebnisse ihrer Arbeit von einer Auseinandersetzung mit Fragen, die zum Teil sowohl in kunstimmanenten Produktionszusammenhängen als auch in der kunsthistorischen Rezeption erst viel später diskursrelevant werden sollten.
(vorgestellt von Heike Munder)

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