HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV
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ARCHIV

WUNDERKAMMER LÜNEBURG – JAHRESGABEN 2008

29. November - 14. Dezember 2008, Er¶ffnung, 28. November 2008, 19 h

HOW TO CLIMB A FENCE – FIGURES AND DEMONSTRATIONS (YOU/TUBE/STREAM-ABEND)

13. November 2008, 19 h

KUNST UND KUCHEN

25. Oktober 2008, 15 h

WAS DU WISSEN SOLLTEST (DIE ZUKUNFT) – VORTRAG VON JAN CASPERS, ANNA KÖNIG, VERA TOLLMANN UND JAN WENZEL

23. Oktober 2008, 19 h

PASSING THE RAINBOW – FILMVORFÜHRUNG UND GESPRÄCH MIT SANDRA SCHÄFER

9. Oktober 2008, 19 h

KÜNSTLERGESPRÄCHE IN BLECKEDE MIT BETTINA ALLAMODA, VAHRAM AGHASYAN UND WANG TAOCHENG

28. September 2008, 15 h

TO SHOW IS TO PRESERVE – FIGURES AND DEMONSTRATIONS

27. September - 18. November 2008, Eröffnung, 26. September 2009, 19 h

TRESPASSING – VIDEOSCREEING ZUSAMMENGESTELLT VON EYAL DANON

18. September 2008, 19 h

Die Präsenz von Künstlern in ihren Arbeiten lässt letztere zu einer Art persönlicher Odyssee werden, zu einer Odyssee, die nicht das Selbst fokussiert, sondern das Außen bzw. Umgebungen und Situationen in denen wir leben. Der persönliche Stand und die Präsenz verweisen zudem auf das Misstrauen gegenüber der Fähigkeit, einen ideologischen Standpunkt einzunehmen, sobald regionale Ereignisse nicht aus erster Hand oder durch eine Gegenüberstellung mit den Menschen und Geschehnissen bestätigt werden können. Dieser Standpunkt sollte vielmehr durch persönliches Eingreifen fundiert werden.

Solch eine Handlungsweise kann entweder aus technischer Perspektive oder als interner künstlerischer Diskurs beschrieben werden. Auf jeden Fall fehlt bei solch einer Beschreibung die breitere soziale und kulturelle Bedeutung des Phänomens. Wir bemerken eine allgemeine Verweigerung verbreiteter, institutionalisierter Informationskanäle, die wir alle kennen – Kindergarten, Schule, Armee, Medien, Unterhaltungsindustrie usw.

Die Anwesenheit der Künstler in ihren Arbeiten und ihr aktives Eingreifen beim Erschaffen der Wirklichkeit, welche dem Betrachter durch Konversation, Provokation oder Aufbereitung dargeboten werden, ist in Israels sozialem Milieu so rar, dass die wenigen Fälle unbedingt beachtet werden müssen. Die Direktheit dieser künstlerischen Handlungsweise, des Eingreifens des Künstlers, konfrontiert den Betrachter mit einer problematischen Situation, in welcher er Entscheidungen treffen, eine Position einnehmen und zwischen dem Künstler und der gegenübergestellten Person entscheiden muss. Für einen Besucher, welchem nicht durch brutale aggressive Nötigung sondern vielmehr durch Erziehung zu einem geteilten Schicksal und durch eine gruppenbezogene Partnerschaft, welche durch eine klare Definition von »Wir« und »Sie« entstanden ist, beigebracht wurde, sich mit den Vertretern der Autorität zu identifizieren, ist es beunruhigend zu sehen, wie ein Soldat, ein Polizist oder ein anderer Sicherheitsmann direkt von einem Künstler attackiert wird.

Auf der anderen Seite ist das Anzweifeln, welches dem Betrachter nahe gelegt wird, eindeutig auf Identität und Identifikation ausgerichtet. Können wir also diesen Ausweg nutzen, welchen die Künstler für uns öffnen, um die Vorfälle von einem anderen Standpunkt aus zu sehen, aus der Perspektive einer anderen Identität?

Der Betrachter ist mit der Herausforderung konfrontiert, den vom Künstler zur Betrachtung geöffneten Spalt von einem anderen Standpunkt aus, mit einer anderen Identität zu untersuchen.

Des Weiteren wird der Betrachter durch das Ändern der traditionellen Machtbeziehungen und der Definitionen der Rollen von Fotograf und fotografiertem Subjekt, Dokumentierendem und Realität dazu aufgefordert, etwas zu ändern und zu versuchen, für sich innerhalb seiner Realität eine neue Rolle zu übernehmen.

Das Trespassing (unerlaubte Betreten) des Künstlers und des Kunstwerkes tritt auf zwei Ebenen ein: Zuerst auf der künstlerischen Ebene, in welcher sich die Grenzen zwischen dem Dokumentarischen und dem Künstlerischen kreuzen; die Grenzen von Rollendefinitionen im Rahmen der vorgegebenen Machtbeziehungen werden überschritten. Zum Anderen auf der sozialen Ebene, auf welcher einige Verbote, welche jede kritische Bezugnahme immer noch der Polizei oder Armee übergeben oder die sozialen Disziplinierungsprozesse, an welchen wir noch immer festhalten und welche jegliches Untergraben ihrer Autorität verhindern, immer noch befolgt werden.

Die Frage, welche offen stehen bleibt, ist: Wie wird dieses feinfühlige, hoch komplizierte und lokal ausgerichtete Rollenspiel woanders aufgenommen werden, wo die Betrachter mit den dargestellten verborgenen Definitionen und den geänderten Rollen nicht so vertraut sind?

Eyal Danon ist Kurator am Israeli Center for Digital Art, Holon

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen von:
MOBILE ARCHIVE
30. August - 21. September 2008


VERMITTLUNGSPROGRAMM – MOBILE ARCHIVE FÜR KINDER

17. September 2008, 15 h

GESCHICHTE(N) SPEICHERN – KURZVORTRÄGE VON FRANK HESSE, KERSTIN STAKEMEIER UND DR. MARTIN WARNKE

12. September 2008, 19 h

ANTICIPATION – VIDEOSCREENING ZUSAMMENGESTELLT VON CHEN TAMIR

4. September 2008, 19 h

MOBILE ARCHIVE

30. August - 21. September 2008, Eröffnung, 29. August 2008,19 h

WHEN DOING THINGS AND WORDS – LONE HAUGAARD MADSEN

12. Juni - 20. Juli 2008, Eröffnung, 11. Juli 2008, 19 h (Performance 20h)

WHEN DOING THINGS AND WORDS – KAROLIN MEUNIER

28. Juni - 6. Juli 2008, Eröffnung Freitag 27. Juni 2008, 19h (Performance 20h)

WHEN DOING THINGS AND WORDS – FALKE PISANO

16. Juni - 22. Juni 2008, Eröffnung, 15. Juni 2008, 19 h (Performance 20h)

KÜNSTLERGESPRÄCHE IN BLECKEDE MIT FALKE PISANO, MIRJAM THOMANN UND THOMAS BALDISCHWYLER

15. Juni 2008, 14 h

KÜNSTLERGESPRÄCH MIT JEANNE FAUST

6. Mai 2008, 19 h

VERMITTLUNGSPROGRAMM FÜR LÜNEBURGER SCHULKLASSEN – ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST

April 2008

JEANNE FAUST – DIE WOCHE DES VOLLSTÄNDIGEN MATERIALS

29. März - 25. Mai 2008, Eröffnung, 28. März, 19 h

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