HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV HALLE FÜR KUNST LÜNEBURG eV
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2009
2008
ARCHIV

MITGLIEDERPROGRAMM – BESUCH DER AUSTELLUNG CONCEPTUAL PARADISE

10. Dezember 2009, 19 h

KUNST UND KUCHEN

5. Dezember 2009, 15 h

DAS LOCH ALS BUCHSTABE – WORKSHOP FÜR KINDER

28. November 2009, 12 h

MITGLIEDERPROGRAMM – BESUCH DER AUSSTELLUNG SIGMAR POLKE. WIR KLEINBÜRGER! ZEITGENOSSEN UND ZEITGENOSSINNEN, TEIL 3: POLITIK.

25. November 2009, 16:15 h

TRIS VONNA-MICHELL – CAPSTANS

7. November - 20. Dezember 2009, Eröffnung Freitag, 6. November 2009, 19 h

JAHRESGABEN 2009

24. Oktober - 1. November 2009, Eröffnung Freitag, 23. Oktober 2009, 19 h

MITGLIEDERPROGRAMM – HARBURGER BERGE

15. Oktober 2009, 17 h

FOTO-WORKSHOP MIT BETTINA COHNEN

27. September 2009, 14 h

KUNST UND KUCHEN

18. September 2009, 15 h

BETTINA COHNEN – FAKE

5. September - 18. Oktober 2009, Eröffnung Freitag, 4. September, 19 h

MITGLIEDERPROGRAMM – FAHRRADFAHRT ZU DEN KÜNSTLERGESPRÄCHEN IN BLECKEDE MIT CHARLOTTE MOTH, ANDREA PICHL, TILLMANN TERBUYKEN

19. Juli 2009, 13 h

SIDE EFFECTS – PERFORMANCE VON YAN DUYVENDAK

2. Juli 2009, 19 h

DIE POETISIERUNG DES ALLTÄGLICHEN, DIE ÄSTHETISIERUNG DER POLITIK UND DIE KOMMODIFIZIERUNG DER KUNST – VORTRAG VON ROGER BEHRENS

25. Juni 2009, 19 h

FLOSS IN LÜNEBURG

21. Juni 2009, 19 h

KUNST UND KUCHEN

13. Juni 2009, 14 h

NIEDERLAUSITZ. ÜBER DIE NIEDRIGEN LAUSIGKEITEN IN DER KUNST – VORTRAG VON THOMAS KAPIELSKI

11. Juni 2009, 19 h

INTERPASSIVITÄT – VORTRAG VON ROBERT PFALLER

28. Mai 2009, 19 h

KÜNSTLERGESPRÄCHE IN BLECKEDE MIT MAREIKE BERNIEN UND ISA ROSENBERGER

24. Mai 2009, 15 h

WIE MAN RUHIG WIRD – FILM VON LORETTA FAHRENHOLZ UND HANS-CHRISTIAN LOTZ

18. Mai 2009, 19.30 h

WHAT IF THIS WAS A PIECE OF ART?

16. Mai - 12. Juli 2009, Eröffnung Freitag, 15. Mai 2009, 19 h

SOUND-WORKSHOP MIT DANI GAL

4. Mai 2009, 15 h

MITGLIEDERPROGRAMM – BESUCH DER VERANSTALTUNG EINE MILLION GEFÜHLE* (*WASICHWIRKLICHDENKESAGEICHNICHT) IM KUNSTVEREIN HARBURGER BAHNHOF)

24. April 2009, 19 h

KUNST UND KUCHEN

18. April 2009, 15 h

MITGLIEDERPROGRAMM – BESUCH DES KUNSTVEREINS ST. PAULI

14. April 2009, 19 h, Kunstverein St. Pauli, Hamburg

KÜNSTLERGESPRÄCH MIT DANI GAL

8. April 2009, 20.30 h

MITGLIEDERPROGRAMM – DIRCK MÖLLMANN FÜHRT DURCH DIE AUSSTELLUNG »MAN SON 1969. VOM SCHRECKEN DER SITUATION«

2. April 2009, 19 h, Galerie der Gegenwart, Hamburg

DANI GAL – CHANTING DOWN BABYLON

29. März - 10. Mai 2009, Eröffnung Samstag, 28. März, 19 h

KUNST UND KUCHEN

7. März 2009, 15 h

ABSTRACT CABINET & THE MODERN ART NARRATIVE – PODIUMSGESPRÄCH MIT ALFRED BARR, INES KATENHUSEN UND DOREEN MENDE

1. Februar 2009, 16 h

KABINETT DER ABSTRAKTEN – ORIGINAL AND FACSIMILE

1 234 56 7

24. Januar - 8. März 2009, Eröffnung Freitag, 23. März 2009, 19 h

Eröffnungsrede von Alexandre Kojève (IIPM, Berlin)
und Diavortrag von Alfred Barr (Verbündeter des MoAA, New York)

Halle für Kunst eV und das Museum of American Art Berlin freuen sich, die Ausstellung »Kabinett der Abstrakten – Original and Facsimile« zu präsentieren. Mit dem Nachbau des Kabinetts von El Lissitzky, das in den späten 1920er Jahren als Ausstellungsraum für abstrakte Kunst errichtet wurde, zeigt die Ausstellung »den ersten Versuch, die Beständigkeit des Ausstellungsdisplays und die Stasis epochaler Räume zu überwinden« in seinem rekonstruierten historischen und politischen Kontext.

Das Kabinett der Abstrakten entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Alexander Dorner, dem Direktor des Provinzialmuseums in Hannover der Jahre 1925-1937, und El Lissitzky, einem der wichtigsten sowjetischen Avantgardekünstler. Bereits kurz nach seiner Eröffnung 1928 wurde das Kabinett zu einem der bedeutendsten Exponate des Provinzialmuseums. Alfred Barr, Gründungsdirektor des New Yorker Museum of Modern Art, merkte an, das Abstrakte Kabinett sei »vermutlich der weltweit bedeutendste Einzelraum der Kunst des 20. Jahrhunderts« gewesen. Dies wurde vielfach ähnlich eingeschätzt und setzte weltweit Impulse für die Revision musealer Ausstellungspraxen.

Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland wurde es für Alexander Dorner zunehmend schwieriger, das Kabinett der Abstrakten einer Öffentlichkeit zu präsentieren. 1936 wurde es schließlich durch einen Regierungsbeschluss endgültig demontiert. Zuletzt waren einige der einst im Kabinett gezeigten Arbeiten in der Ausstellung »Entartete Kunst« (1937) zu sehen, bevor sie konfisziert und zum großen Teil von den Nationalsozialisten zerstört wurden. Zu dieser Zeit floh Alexander Dorner nach Amerika und der sich in Europa zunehmend ausbreitende Faschismus führte das vorläufige Ende der Modernen Kunst in Europa herbei.

Nach Kriegsende musste ein Jahrzehnt vergehen, bevor die Aufarbeitung und Erinnerung an moderne Kunst und deren Narrative von europäischer Seite erfolgte. In den USA, in die viele Protagonisten der Vorkriegsavantgarde immigrierten, erhielt sich das Bewusstsein für die Bedeutung von Arbeiten wie Lissitzkys »Kabinett der Abstrakten«. Mit Alfred Barr hatte sich der Kanon des MoMA etabliert, der auf dem Glauben an eine politische und künstlerische Überlegenheit von abstrakter Kunst gründete. In Europa wurde das Kabinett erst im Jahre 1962 in der Ausstellung »Die Zwanziger Jahre in Hannover« im Kunstverein Hannover durch zwei große Fotografien prominent präsentiert. 1968 erfolgte die Rekonstruktion in dem Raum des Landesmuseums Hannover, in dem es 1928 entstanden war. Unterdessen wurde die Installation ins Sprengel Museum in Hannover überführt, wo es noch heute besichtigt werden kann.

Die Ausstellung »Kabinett der Abstrakten – Original and Facsimile« ist als Versuch zu betrachten, das Kabinett der Abstrakten als eine der bedeutendsten Leistungen der Kunst des 20. Jahrhunderts innerhalb eines rekonstruierten Kontextes zu zeigen. Sie erinnert an den Raum und die historischen Rahmenbedingungen, unter denen es entstand und schließlich verschwand. Über die Verwendung von Kopien einst zerstörter Bilder folgen wir sowohl den Ideen Dorners zu Originalen und deren Faksimiles, als auch Walter Benjamins Gedanken zu »Kopien als Erinnerungen«. Um einen komplexen Ort der Erinnerung zu erschaffen, werden in der Ausstellung verschiedene Arten von Referenzmaterial und Displaytechniken, darunter Malerei, Bücher, Kataloge, Filmmaterial und Sound, herangezogen. Um nochmals Walter Benjamin zu zitieren: »Die in dieser Ausstellung gezeigten Werke sind keine Kunstwerke. Vielmehr sind es Souvenirs, ausgewählte Exemplare unseres kollektiven Gedächtnisses«.

Das Museum of American Art ist eine Bildungseinrichtung, die sich dem Sammeln, Erhalten und Zeigen von hauptsächlich moderner amerikanischer und zu Zeiten des kalten Krieges in Europa ausgestellter Kunst verschrieben hat. Der Fokus liegt im speziellen auf solchen Ausstellungen, die zur Fundierung einer Nachkriegsidentität in Europa beigetragen haben, die auf Individualismus, Internationalismus und Modernismus gründet.

Die Dauerausstellung des Museums in Berlin (Stalinallee 91) beinhaltet auch eine verkleinerte Version des Museum of Modern Art. Diese nimmt Bezug auf die legendäre Ausstellung »Cubism and Abstract Art« von Alfred Barr in 1936, eine Ausstellung, die moderne Kunst erstmalig nicht nach nationalen Schulen, sondern internationalen Strömungen historisierte. Das Kabinett der Abstrakten ist ein Neuzugang im Museum of American Art, der diese Sammlung von Werken der frühen Moderne um eine der großen Errungenschaften der modernen Kunst erweitert.

Das Museum of American Art ist Mitglied der AMI.

Die Ausstellung in der Halle für Kunst wird von einem Sonderbeitrag in der Publikationsreihe »Displayer« begleitet. Sie veröffentlicht in ihrer nächsten Ausgabe die Ausstellung in Halle für Kunst in Druckformat. Wir danken Doreen Mende (Freie Kuratorin Berlin/Redaktion Displayer) für die Zusammenarbeit und die Initiierung des Projekts. »Displayer« ist ein Magazin über Strategien und Politiken des Ausstellens, herausgegeben vom Studiengang »Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis« an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Neben verschiedenen Kapiteln zum Ausstellen und zur Rekonstruktion von Raum, wird die kommende Ausgabe den Katalog zur Ausstellung »Kabinett der Abstrakten – Original and Facsimile« mit Beiträgen des Museum of American Art sowie von Ines Katenhusen (Historikerin, Leibniz Universität Hannover) umfassen.

www.displayer-hfg.de


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