Veranstaltung

«GURSKYESQUE – ENDE DES ORIGINALITÄTSZWANGS?« – VORTRAG VON WOLFGANG ULLRICH IM RAHMEN VON «OFF THE RECORD«

Auf Social Network Sites wie flickr und deviantart gibt es Foren, auf denen sich Hobbyfotograf/innen treffen, die Werke oder Stil einzelner Fotograf/innen (Andreas Gursky, David Hockney, Hiroshi Sugimoto, Cindy Sherman etc.) nachzubilden versuchen. Sie treten regelrecht in einen Wettbewerb, um sich wechselseitig zu überbieten. Damit sind sie Künstler/innen früherer Jahrhunderte vergleichbar, die sich an Ikonografien in Musterbüchern orientierten und auch eher über das Nachahmen, Variieren und Verfeinern von Vorbildern als über das Schaffen gänzlich neuer Bildmuster definierten. Der Vortrag erörtert, welche Folgen dieses neue Phänomen für Wahrnehmung und Selbstverständnis von Künstler/innen haben kann.

Wolfgang Ullrich, geb. 1967, Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Davor mehrere Gastprofessuren, zwischen 1997 und 2003 Assistent an der Kunstakademie München. Publikationen zu Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, kunstsoziologischen Fragen, Konsumtheorie. Wichtige Buchveröffentlichungen: Uta von Naumburg. Eine deutsche Ikone, Berlin 1998; Mit dem Rücken zur Kunst. Die neuen Statussymbole der Macht, Berlin 2000; Die Geschichte der Unschärfe, Berlin 2002; Tiefer hängen. Über den Umgang mit der Kunst, Berlin 2003; Was war Kunst? Biographien eines Begriffs, Frankfurt/Main 2005; Bilder auf Weltreise. Eine Globalisierungskritik, Berlin 2006; Habenwollen. Wie funktioniert die Konsumkultur?, Frankfurt/Main 2006; Gesucht: Kunst! Phantombild eines Jokers, Berlin 2007; Raffinierte Kunst. Übung vor Reproduktionen, Berlin 2009; Wohlstandsphänomene. Eine Beispielsammlung, Hamburg 2010.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts »Off the Record« statt.

»Off the Record« ist ein Programm aus Vorträgen, Lesungen und Filmvorführungen, das teils korrespondierend mit, teils unabhängig von den laufenden Ausstellungsprojekten der Halle für Kunst in Lüneburg ein allgemeines Rahmenprogramm für eine erweiterte Öffentlichkeit vorsieht. Mit dem strukturell offen gehaltenen und auf verstärkten Austausch zwischen allen Beteiligten zielenden Format, möchte Halle für Kunst die Institution Kunstverein als Ort der „Konversation“ rehabilitieren.

In diesem Rahmen wird außerdem regelmäßig zu offenen Filmabenden eingeladen, zur Teilnahme am monatlichen Lesekreis sowie dazu, während der regulären Öffnungszeiten bei einem Kaffee in den bereit gestellten Publikationen und Magazinen zur zeitgenössischen Kunst zu blättern.

Gefördert durch das Land Niedersachsen, die Stiftung Niedersachsen, den Lüneburgischen Landschaftsverband und die Stadt Lüneburg

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