Veranstaltung

«LOTMAN’S WORLD« – DOKUMENTARFILM VON AGNE NELK IM RAHMEN VON «OFF THE RECORD«

Ausgehend von den Arbeiten der russischen Formalisten sowie unter strukturalistischem Einfluss entwickelte der russische Literaturwissenschaftler, Philologe und Mitbegründer der Tartu-Moskauer Schule für Semiotik Juri Lotman (1922 – 1993) eine kulturwissenschaftlich orientierte Semiotik, innerhalb derer seine Forschungen die Kunst als fakultatives aber dennoch konstitutives Merkmal jeglicher Gesellschaft fokussierten. Mithilfe seiner struktural-semiotisch ausgerichteten Methodik versuchte Lotman, eine allgemeine Skizze der Struktur der Sprache der Kunst und ihres Verhältnisses zur Struktur des künstlerischen Textes zu ermitteln. Vom semiotischen Standpunkt aus kann Kultur mit Lotman als eine Hierarchie spezieller semiotischer Systeme betrachtet werden, als eine Summe von Texten und einer mit ihnen korrelierten Anzahl von Funktionen bzw. als ein bestimmter Mechanismus, der diese Texte hervorbringt. Innerhalb dieser Hierarchie kommt der Kunst als komplexem Zeichensystem und modellbildendem System eine besondere Aufmerksamkeit zu.

Der Dokumentarfilm »Lotman’s World« der estnischen Filmemacherin Agne Nelk (*1978) bietet ein biografisches Portrait Lotmans und seines intellektuellen Umfeldes sowie eine Einführung in sein theoretisches Werk.

Estland 2008, 56 Min., OmeU

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts »Off the Record« statt.

»Off the Record« ist ein Programm aus Vorträgen, Lesungen und Filmvorführungen, das teils korrespondierend, teils unabhängig von den laufenden Ausstellungsprojekten der Halle für Kunst in Lüneburg ein allgemeines Rahmenprogramm für eine erweiterte Öffentlichkeit vorsieht. Mit dem strukturell offen gehaltenen und auf verstärkten Austausch zwischen allen Beteiligten zielenden Format, möchte die Halle für Kunst sich und die Institution Kunstverein als Ort der »Konversation« rehabilitieren.

In diesem Rahmen wird außerdem regelmäßig zu offenen Filmabenden eingeladen, zur Teilnahme am monatlichen Lesekreis sowie dazu, während der regulären Öffnungszeiten bei einem Kaffee in den bereitgestellten Publikationen und Magazinen zur zeitgenössischen Kunst zu blättern.

Für weitere Informationen zum Programm, den Filmabenden oder dem Lesekreis wenden Sie sich bitte an

Gefördert durch das Land Niedersachsen, die Stiftung Niedersachsen, den Lüneburgischen Landschaftsverband und die Stadt Lüneburg

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