Veranstaltung

PRAXIS – POIESIS – TECHNÉ: TANZ UND ARBEIT. VORTRAG VON KIRSTEN MAAR

Bildschirmfoto 2014-09-29 um 00.50.11ACHTUNG DIESER VORTRAG FINDET AUFGRUND VON KRANKHEIT NICHT WIE VORGESEHEN AM DIENSTAG, 30. SEPTEMBER 2014  STATT, SONDERN WURDE AUF DIENSTAG, 07. OKTOBER 2014, 19 UHR VERSCHOBEN. WIR DANKEN FÜR IHR VERSTÄNDNIS.

 

Im Zuge der Veränderung von Produktions- und Reproduktionsprozessen in der Arbeitswelt haben sich insbesondere seit den 1960er Jahren auch die Vorstellungen von künstlerischer Produktion, ihren Bedingungen und Verfahren verändert. Die Frage nach den Arbeitsprozessen betrifft den Tanz als „flüchtige Kunst“ auf besondere Weise und stellt sich insbesondere im Hinblick auf das Experimentieren mit alternativen Körpertechniken und Trainingsformen, die sich in ihren individualisierten Formen und den Momenten der Dauer, des Unbestimmten und des Scheiterns produktiver Logik zu entziehen scheinen. In welchem Verhältnis steht das vorausgehende Training zur Probe oder zum späteren »Werk«; welche Rolle spielen dabei choreographische Verfahren oder performative Anordnungen? Und in welchem Verhältnis steht das nach innen Spueren zu einer nach außen gerichteten Aufmerksamkeit und zu performativer Virtuosität? Rückblickend auf die Entwicklungen seit den 1960er Jahren bis hin zum zeitgenössischen Tanz befragt der Vortrag die produktionsaesthetischen Begriffe von praxis, poiesis und techné darauf, welche veränderten Konzeptionen von Kreativität mit ihnen einhergehen, wie sie die Arbeitsprozesse im Tanz strukturieren, und setzt sie ins Verhältnis zu denen des Trainings und der Probe.

Kirsten Maar ist Theater- und Tanzwissenschaftlerin. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ im Teilprojekt B6 „Topographien des Flüchtigen“ an der FU Berlin. Ihre Dissertation „Entwürfe und Gefuege. William Forsythes choreographische Arbeiten in ihren architektonischen Konstellationen“ erscheint demnächst im transcript Verlag. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen choreographische Verfahren im 20. Jahrhundert, Entgrenzungen zwischen bildender Kunst, Architektur und Choreographie, kinaesthetische Erfahrung und Raumkonzeptionen, Notation und Komposition. Sie ist u.a. Mitherausgeberin von „Notationen und choreographisches Denken“ (Freiburg 2010) und „Assign and Arrange. Methodologies of Presentation in Art and Dance“ (Sternberg 2014).

Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Looking for the Dancing – Praxis, Probe, Training“ statt, mit Beiträgen von Frédéric Gies, Odile Seitz, Kirsten Maar, Sabeth Buchmann, Constanze Ruhm, Adam Linder und Anne Schuh sowie Filmen von Cana Bilir-Meier, Liesa Kovacs, Lisa Käppler, Nora Jacobs, Adam Linder, Yvonne Rainer und John Cassavetes.

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