Veranstaltung

Luxury Problems. Lesekreis

arabimagefoundation

 

Am kommenden Montag trifft sich der Lesekreis, um die sogenannte »Kopftuchdebatte« näher unter die Lupe zu nehmen. Von Hidschab bis Burka wird das Kopftuch heute in den Medien und in der Politik vieler westlicher Länder, allen voran Frankreich, Deutschland und die Niederlanden, als Symbol der Unterdrückung der Frau durch den Islam wahrgenommen. Doch diese Narration ist ganz und gar nicht neu: Die Ineinssetzung von »Entschleierung« und Befreiung der Frau legitimierte schon kolonialistische und missionarische Feldzüge des Westens. Die kopftuchtragende Muslima wird in dieser Argumentation ihrer Selbstbestimmung beraubt und viktimisiert. Auf der Grundlage von Emanzipation, Gleichheit, Selbstbestimmung – Grundbegriffe weißer westlicher Feminismen – bilden sich auch heute nicht nur neue kapitalistische Verwertungsmechanismen heraus, sondern neoliberale Regierungen und rechtspopulistische Parteien begründen damit patriarchale, rassistische und islamophobe Herrschaftsmodi und -praktiken. Feminismus wird so für Krieg, Grenzkontrollen, Abschiebungen und Rassismus instrumentalisiert. Im Lesekreis wollen wir die verschiedenen Argumentationsketten dieser Debatte untersuchen und folgende Fragen stellen: Inwiefern hat die westliche Moderne und der Säkularismus den Frauen »Fortschritt« gebracht? Warum treten religiöse Differenzen gegenwärtig so stark in den Vordergrund? Warum werden Muslimas verstärkt zum Austragungsort des »Othering«?
(Sarah Sandelbaum und Djenna Wehenpol)
 
Die Texte sind über erhältlich. Da die Orte, an denen sich der Lesekreis trifft, von Mal zu Mal variieren, bitten wir auch den jeweiligen Treffpunkt unter dieser Adresse zu erfragen.
 
 
Der Lesekreis ist im Rahmen der Ausstellung »Gebärden und Ausdruck« mit Arbeiten von Liz Craft, Michaela Eichwald, Fanal, Birke Gorm, Julia Haller, Honey Suckle Company, Helena Huneke, Stefan Kern, Veit Laurent Kurz & Ben Schumacher & Stefan Tcherepnin und pcnc_bay.
 
 
Das Jahresprogramm der Halle fuer Kunst wird großzügig gefördert durch das Land Niedersachsen, die Sparkassenstiftung Lüneburg, den Lüneburgischen Landschaftsverband und die Hansestadt Lüneburg.
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