Vermittlung

KÜNSTLERGESPRÄCH MIT JEANNE FAUST

Neben einer Führung durch die Ausstellung gemeinsam mit Jeanne Faust werden im Anschluss die drei Filme »My Private Satellite« (2001/2002), »IV« (2003) und »Répéter Alba Negra« (2006) vorgestellt.

»My Private Satellite«, 2002, J. Faust/J. Zehe
»My Private Satellite« entstand in Neu-Allermöhe, einem neuen Hamburger Stadtteil, der auf einem trockengelegten Fehn erbaut wurde. Einige Monate lang konnte das Team die Aufbauphase dieser Gemeinde miterleben; man »beschattete« einzelne Personen, alles Neuanfänger, und entwickelte danach das Drehbuch. (NEM)

»IV«, 2005
Jeanne Faust ist fasziniert von der Verführungskraft schöner Oberflächen – und misstraut ihr zutiefst. In ähnlicher Weise setzt sie in ihrem Film »IV« die Diskrepanz zwischen sprachlicher Bildfindung und beschriebenem Bild in Szene. Zu sehen ist eine junge Frau, die, nach Worten tastend, zwei unterschiedliche Beschreibungen desselben Bildes – genauer: eines Filmstills aus einem Vampirfilm – vorträgt. (AW)

»Répéter Alba Negra«, 2007, J. Faust/J. Zehe
Ein paar rumänische Männer und Frauen scharen sich in einem Pariser Vorort um ein Bügelbrett, auf dem ein Mann mit flinken Fingern eine Variation des Hütchenspiels darbietet. Drei schwarze Holzplättchen, von denen nur eines eine weiße Markierung auf der Unterseite aufweist, werden mehrfach getauscht und verschoben, wobei es gilt, das Plättchen mit der Markierung wiederzufinden. Das Spiel, das man aus größeren Städten und Tourismuszentren kennt, mutet in dieser einsamen Umgebung zunächst etwas befremdlich an. Die scherzhafte und freundschaftliche Atmosphäre hat im Grunde nichts mit dem betrügerischen Charakter des Trickspiels gemein. Plötzlich fällt die Inszenierung ins Auge: Die Frauen spielen Lockvögel, die bei ihrem späteren »Auftritt« in der Stadt die Menschen durch Spielgewinn und -verlust zum Stehenbleiben und Mitmachen animieren, während die Männer kunstfertig die Fingerchoreographie des Plättchenverschiebens proben. »Weiße Nächte üben« zeigt die theatralische Probe eines der ältesten Falschspiele unserer Zeitrechnung, das dabei zum Spiel im Spiel mutiert. Es mag eine ironische Anspielung des Titels auf die Tatsache sein, dass ein heute sehr populäres Pariser Kulturfest »La nuit blanche [Die weiße Nacht]« genannt wird. [JZ]

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen von:
»JEANNE FAUST – DIE WOCHE DES VOLLSTÄNDIGEN MATERIALS«
29. März – 25. Mai 2008

Herzlichen Dank:
Land Niedersachsen, Stadt Lüneburg, Lüneburgischer Landschaftsverband, Galerie Meyer Riegger, Galerie Karin Günther, Astrid Wege, AR/GE Kunst, Bozen, Christoph Keller, Jörn Zehe, Imke Weißermel

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