Wagnis der Öffentlichkeit

P L E A S E S C R O L L D O W N F O R E N G L I S H V E R S I O N
Halle fuer Kunst laedt herzlich ein zu
Wagnis der Oeffentlichkeit
Mit Arbeiten von Juliette Blightman, Barbara Bloom, Sofia Duchovny, Jana Euler, Bernadette Van-Huy und Annette Wehrmann

 

Bernadette Van-Huy, Do Not Disturb, 2018
1. November 2020 – 31. Januar 2021
Eroeffnung: Samstag, 31. Oktober 2020, 14 – 20 Uhr
Ort: Halle fuer Kunst Lueneburg, Reichenbachstrasse 2, 21335 Lueneburg
Aufgrund der aktuellen Lage ist der Einlass nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bitte stellen Sie sich gegebenenfalls auf Wartezeiten beim Einlass ein, da nur eine dem Hygienekonzept der Halle für Kunst entsprechende Anzahl an Besucher*innen diese gleichzeitig betreten kann. 
Die Gruppenausstellung »Wagnis der Oeffentlichkeit« stellt die gedankliche Fortfuehrung der Ausstellung »Vom Handeln« dar, die 2018 in der Halle fuer Kunst gezeigt wurde. Anliegen war damals, vor dem Hintergrund einer in zeitgenoessischen kuenstlerischen Praktiken zu beobachtenden »Neuen Innerlichkeit« bzw. »Neuen Subjektivitaet« das Motiv des »Handelns« in den Fokus zu ruecken. »Handeln« jedoch nicht verstanden als »Praxis«, sondern im Sinne von Hannah Arendts Ueberlegungen zur »Vita activa oder Vom taetigen Leben«, welches sich in einem Weltbezug, das heißt in einem Interesse fuer bzw. einem Sorgen um die Welt ereignet.
Bedingung eines jeden politischen Handels ist es, so Arendt, die eigene Person im Tun zu exponieren, das heißt sich oeffentlich zu setzen. Denn nur wer »sein Leben und seine Person mit in das Wagnis der Oeffentlichkeit nimmt, kann sie erreichen«. Dieses Wagnis, von dem Hannah Arendt spricht und das als Ueberlegung und Begrifflichkeit auf ihren Lehrer Karl Jaspers zurueckzufuehren ist, gilt aber nicht nur fuer politisches Handeln, sondern fuer jegliche Form des oeffentlich Werdens und damit auch fuer kuenstlerische Praxis. Ist doch das Machen, vor allem aber das Zeigen von Kunst, mit einem Einsatz des Persoenlichen im Oeffentlichen verbunden und stellt damit ein Wagnis dar. Ist eben nicht nur Streben, das, was man geschaffen hat, auch sichtbar zu machen, sondern geht mit einer Preisgabe und Verletzlichkeit einher.
Diese Ueberlegungen bilden nun wiederum den Ausgangspunkt der aktuellen Ausstellung. Denn der Aspekt, dass es das Persoenliche zu wagen gilt, moechte man den anderen erreichen, ist angesichts des sich aktuell in der zeitgenoessischen Kunst abzeichnenden Revivals subjektiver und »authentischer« Motive hochinteressant und stellt, wenn man so will, den reflexiven Beitrag dar, den die Ausstellung leisten moechte. Markiert doch das Exponieren der eigenen Person in der kuenstlerischen Arbeit zugleich auch jenen schmalen Grad, mit dem stets die Gefahr einer rein subjektiven, im verheerendsten Falle identitaer-regressiven Nabelschau einhergeht. Auf der anderen Seite laesst sich im Zuge einer »Neuen Authentizitaet« aber auch ein Gros an kuenstlerischen Arbeiten ausmachen, die das Subjektive quasi als Stil vor sich hertragen und damit, wenn auch auf ganz andere Weise, ebenfalls den Einsatz des Persoenlichen – hier als entleerte Geste – in Verruch gebracht haben. Sich nun aber folglich ganz vom Persoenlichen zu verabschieden scheint wiederum auch zu kurz gegriffen.
Es ist also eine aeußerst komplexe Sache. Die damit verbundene Spannung, das komplizierte Verhaeltnis, welches moeglicherweise gar einen Wiederspruch in sich darstellt, sowie die Frage, wie vor diesem Hintergrund ein persoenliches Involviertsein aussehen koennte, sind es, die mit der Ausstellung in den Blick genommen werden. Nicht zuletzt ist aber auch jener Faden von Interesse, der sich von dort aus weiterspinnen ließe. Denn wenn das persoenliche Verwobensein die Voraussetzung des den anderen Erreichens ist, ist damit eben auch eine jener Bedingungen benannt, die die Grundlage von Gemeinschaft bildet.
Veranstaltungen
»Kinder fuehren Kinder« & »Kinderclub« mit Vilma Braun
Samstag, 14. November 2020, 11 – 13 Uhr
Fuer Kinder von 6 bis 12 Jahren
Eintritt frei
Anmeldung unter: vermittlung@halle-fuer-kunst
Kuratorinfuehrung
Donnerstag, 26. November 2020, 19 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung unter: vermittlung@halle-fuer-kunst
Das Jahresprogramm der Halle fuer Kunst wird grosszuegig gefoerdert durch das Land Niedersachsen, den Lueneburgischen Landschaftsverband, die Sparkassenstiftung Lueneburg und die Hansestadt Lueneburg. Das Vermittlungsangebot der Ausstellung wird ermoeglicht durch das Land Niedersachsen und die VGH-Stiftung.

 

Zum Abbestellen des Newsletters bitte eine Mail mit dem Betreff ‚unsubscribe‘ an
E N G LI S H V E R S I O N
Halle fuer Kunst cordially invites to
Wagnis der Oeffentlichkeit
With works by Juliette Blightman, Barbara Bloom, Sofia Duchovny, Jana Euler, Bernadette Van-Huy and Annette Wehrmann
Bernadette Van-Huy,Do Not Disturb (no color), 2018
November 1, 2020 until December 6, 2020
Opening: Saturday, October 31, 2020, 2 – 8pm
Venue: Halle fuer Kunst Lueneburg, Reichenbachstrasse 2, 21335 Lueneburg
Due tot he current situation, the entrance is only possible with a mouth-nose-cover. A registration is not necessary. Please be prepared for waiting at the entrance, as only a number of visitors corresponding to the hygiene concept of the Halle fuer Kunst can enter it at the same time.
The group show »Venture Into the Public Realm« (»Wagnis der Oeffentlichkeit«) is a conceptual continuation of the exhibition »About Doing« (»Vom Handeln«) that took place at Halle fuer Kunst in 2018. Against the background of a »new inwardness» or »new subjectivity« that can be observed in contemporary artistic practices, the intention then was to place the focus on the theme of »action». Here »action« is understood not as »practice«, however, but in the sense of Hannah Arendt’s thoughts on active life, elaborated in »The Human Condition«, that is lived in a relation to the world, meaning out of interest in or caring for the world.
 
According to Arendt, the condition of all political action is to expose oneself in one’s activities, that is, to posit oneself in the eye of the public. For humanity can be achieved »only by the one who has thrown his life and his person into the ‚venture into the public realm’«. The venture Arendt speaks of and that derives as a thought and concept from her teacher Karl Jaspers is true not only of political action, but of any form of becoming public and thus of the practice of art as well. Making and especially showing art always has to do with putting the personal at stake in the public realm and is therefore a venture. It is not only the endeavor of making what one has created visible, but goes hand in hand with vulnerability and exposure. 
 
These considerations are now the starting point of the current exhibition. Especially considering the revival of subjective and »authentic« motifs in present-day contemporary art, the aspect of putting the personal at risk if one wants to reach the other is highly interesting and, one could say, the reflective contribution that the exhibition seeks to make. For exposing one’s own person in artistic work simultaneously marks the fine line associated with the danger of purely subjective, and in the worst case identitary-regressive navel-gazing. On the other hand, one can also observe many artworks in the wake of a »new authenticity« that virtually parade the subjective as a style, thus bringing the stake of the personal into disrepute, albeit in an entirely different way. But to consequently abandon the personal entirely also appears to be too short-sighted. 
 
So it is an extremely complex matter. The exhibition focuses on the associated tension, the complex relationship, which may even turn out to be a contradiction in terms, and the question of what personal involvement could look like against this background. No less interesting, however, is the thread of interest that could be developed further from there. For if being personally interwoven is the precondition for reaching the other, then it is also one of the conditions that form the foundation of community.
Programme
»Children guide children« & »Children’s club« with Vilma Braun
Saturday, 14 of November 2020, 11am – 1pm
Workshop for children and teenagers aged 6 to 12
Free entrance
Registration:

Guided tour

Thursday, 26 October 2019, 7pm
Free entrance
Registration:
The annual program is generously supported by Land Niedersachsen, Lueneburgischen Landschaftsverband, Sparkassenstiftung Lueneburg and Hansestadt Lueneburg.The art education program is generously supported by Land Niedersachsen and VGH-Stiftung.
If you wish to unsubscribe please write an email with the subject ‚unsubscribe‘ to info@halle-fuer-kunst.
 
Halle f. Kunst Lueneburg eV
Reichenbachstraße 2
Postfach 2128
D-21311 Lueneburg
T +49 4131 402001
F +49 4131 721344
" rel="noreferrer">
Oeffnungszeiten Ausstellung:
Mi – So, 14  – 18 Uhr 
und nach Vereinbarung
Buero: Di  – Fr, 11 – 18 Uhr

Bestellungen bitte über KONTAKT oder unter der
Telefonnummer: +49 4131 402001
zurück