Ausstellung

JEANNE FAUST – DIE WOCHE DES VOLLSTÄNDIGEN MATERIALS

Halle für Kunst eV freut sich, die Hamburger Künstlerin Jeanne Faust mit einer Einzelausstellung in Lüneburg vorstellen zu können. Eigentlich bekannt für ihre Film- und Videoarbeiten, realisiert Jeanne Faust in der »Woche des vollständigen Materials« eine Installation, welche mit Rückgriff auf Fotografie, Diaprojektion und Skulptur die Herstellung theatraler Situationen zum Thema hat.

Einem Theater gemäß besteht die Ausstellung aus Räumen unterschiedlicher Zuständigkeiten: dem Bühnenraum, den der Besucher ordnungsgemäß als erstes betritt, sowie dem Lager, welches sich, wenn auch deutlich abgetrennt, unmittelbar an den Ort des öffentlichen Geschehens anschließt und zur Begehung einlädt. Im Prozess des Abschreitens dieser Räumlichkeiten in der ihm vorgegebenen Reihenfolge wird der Besucher seine konventionellen Erwartungen an einen Theater- oder Ausstellungsbesuch revidieren müssen: Die klassische Situation eines aufführungsreifen Stückes vor erstellter Kulisse bzw. einer Ausstellung, die dem Besucher ausgewählte und rezeptionsfertig zubereitete Werke präsentiert, wird hier nicht vorgefunden werden. Was die Bühne vermissen lässt, bietet jedoch der angrenzende Raum, welcher Fotografien der Künstlerin in der angemessenen Form eines Bühnenbildlagers bereithält. Der Ausstellungsbesucher ist nun selbst gefragt, sich mit Hilfe des zur Verfügung stehenden Materialpools eine Bühnensituation vorzustellen.

Wichtiges Moment einer durch diesen Kontext gelenkten Rezeption der bildnerischen Arbeiten der Künstlerin ist das der Imagination, welche die Wahrnehmung und Deutung der im Lager gezeigten Bühnenbilder beeinflusst – Bilder, welche zum einen aufgrund ihrer »schönen« Oberfläche bereits an sich verführen, zum anderen im Betrachter ein Repertoire medial vorgeprägter Bildstereotypien abrufen.

Zur Ausstellung von Jeanne Faust ist ein monografischer Katalog bei JRP Ringier und Christoph Keller Editions erschienen.

Biografie
Jeanne Faust wurde 1968 in Wiesbaden geboren und lebt in Hamburg. 1993-1998 Hochschule für Bildende Künste, Hamburg; 1999 Hamburgstipendium; 2002 Stipendium des Kunstmuseums Liechtenstein; 2003 ars viva 03/04 – Film; im vergangenen Jahr eine der vier Letztnominierten für den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst, Hamburger Bahnhof, Berlin 2007.

Unser herzlicher Dank gilt:
Land Niedersachsen, Stadt Lüneburg, Lüneburgischer Landschaftsverband, AR/GE Kunst, Bozen, Galerie Meyer Riegger, Galerie Karin Günther

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