Veranstaltung

Vortrag von Marcus Steinweg – „Fantastische Kränkung“

Vortrag von Marcus Steinweg

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Was ist Realität? Welche Funktion hat dieses Worts? Was ist seine Bedeutung? Klar ist, dass es keine einheitliche Verwendung des Begriffs gibt. Statt seiner Etymologie und seinem Gebrauch in den unterschiedlichen Sprachen und Kulturen nachzugehen, schlage ich eine allgemeine Definition von Realität vor: Realität ist ein Konsistenzversprechen, das gebrochen wird (analog zu einer Stelle aus der Ästhetischen Theorie, in der Adorno Kunst als nicht eingehaltenes „Versprechen des Gluecks“ definiert). Künstlerisches wie philosophisches Denken intensivieren ihr Verhaeltnis zur Realität, indem sie ihr ihr Vertrauen entziehen. Dass Realität eine narzisstische Kränkung darstellt, weiß jedes Kind. Ebenso gilt: Nichts kränkt den Realitätssinn mehr als Fantasie.

Marcus Steinweg lebt und arbeitet als Philosoph in Berlin. Er lehrt dort an der Universität der Künste. Zu seinen jüngsten Publikationen zählen: „Behauptungsphilosophie“ (Berlin: Merve 2006), „Duras“ (mit Rosemarie Trockel, Berlin: Merve 2008), „Politik des Subjekts“ (Zuerich/Berlin: Diaphanes 2009),“Aporien der Liebe“ (Berlin: Merve 2010), „Kunst und Philosophie / Art and Philosophy“ (Cologne: Walter König: 2012), „Philosophie der Überstuerzung“ (Berlin: Merve 2013), „Inkonsistenzen“ (Berlin: Matthes & Seitz 2015), „Evidenzterror“ (Berlin: Matthes & Seitz 2015) und „Gramsci Theater“ (Berlin: Merve 2016). In Kürze erscheint „Splitter“ (Berlin: Matthes & Seitz 2016).

Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung „Fantasie“ statt, die noch bis zum 18. Juni 2016 in der Halle für Kunst zu sehen ist.

 

Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch das Land Niedersachsen, die Sparkassenstiftung Lüneburg, den Lüneburgischen Landschaftsverband und die Hansestadt Lüneburg. Das Vermittlungsprogramm wird ermöglicht durch das Land Niedersachsen, die VGH-Stiftung und die Lüneburger Bügerstiftung.

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